Hochwasser: NRW schaut mit Sorge auf weitere Regenfälle

Der Dauerregen bei uns sorgt weiter für eine angespannte Hochwasserlage in Teilen von NRW. Besonders betroffen sind Südwestfalen und das Bergische Land.

NRW: Hohe Pegelstände, aber noch nicht kritisch

Die Lage in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westphalen ist weiter angespannt, grade mit dem Blick auf die Wetterankündigungen. Bis Donnerstag soll es in Teilen NRWs Dauerregen geben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Unwetter. Aktuell (02.01. 12 Uhr.) sind die meisten Pegelstände laut Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen noch nicht im kritischen Bereich.

Eine aktuelle Karte mit Pegelständen gibt es HIER.

Voerde muss mobile Toiletten aufstellen

Durch den Dauerregen sind viele Kanäle ausgelastet. Das führt jetzt in Voerde zu Problemen. Laut Informationen von Radio K.W. mussten dort , mobile Toiletten aufgestellt werden. Die Anwohner sollen ihre eigenen Toiletten und Duschen nicht mehr benutzen. Grade in mehrstöckigen Gebäuden könnte das Abwasser sonst in tieferen Etagen überlaufen.

DRK: Wir brauchen bessere Ausstattung

"Wir brauchen mehr und bessere Ausstattung für Katastrophenfälle in Deutschland", sagte die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes Gerda Hasselfeldt der "Rheinischen Post". "Die Defizite sind eklatant, insbesondere bei der materiellen Ausstattung." Nach der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal im Sommer 2021 sei das Bewusstsein der politisch Verantwortlichen für den Bevölkerungsschutz gestiegen. "Davon ist jetzt nicht mehr viel übrig."

Lage in anderen Teilen Deutschland noch angespannter

Während in NRW die Lage genau beobachtet wird und Helfer im Einsatz sind um Deiche zu sichern und Pegel zu beobachten, mussten in anderen Gebieten weitere Maßnahmen ergriffen werden. In Niedersachen gebe es aktuell sechs Landkreise laut mit einer außergewöhnlichen Lage. In der Gemeinde Lilienthal bei Bremen dürfen zwei Wälder nicht mehr betreten werden. "Die Böden der Wälder sind aufgrund der gestiegenen Grund- und Oberflächenwasserspiegel und der anhaltend hohen Wasserstände derart aufgeweicht, so dass die Standsicherheit einiger Bäume nicht mehr gegeben ist und derzeit bereits teilweise entwurzeln und umstürzen", heißt es in der entsprechenden Allgemeinverfügung. Demnach ist das Verbot zwingend notwendig, um die drohende Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Menschen abzuwenden.

Freiwillige Kräfte sind auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt aktiv. Um die Talsperre Kelbra in Sachsen-Anhalt zu entlasten und Stauraum für die angekündigten Regenfälle zu schaffen, werde mehr Wasser in den Fluss Helme abgelassen, hieß es vom zuständigen Landratsamt. Es geht um fünf Kubikmeter Wasser mehr pro Sekunde. Deshalb gibt es Überlegungen, den in den vergangenen Tagen auf 45 Metern Breite vergrößerten Deichdurchbruch bei der Thüringer Ortschaft Mönchpfiffel-Nikolausrieth ein zweites Mal zu vertiefen.