
Windstrom-Trasse: Erste Arbeiten in der Region
Die neue Stromtrasse durch Willich, Kempen und Tönisvorst ist gestartet. Ab 2027 soll Windstrom von Emden bis nach Meerbusch fließen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 06.05.2026 04:59
Stromtrasse durch den Kreis: Arbeiten laufen an
Die Arbeiten für die neue Stromtrasse durch Willich, Kempen und Tönisvorst haben bereits begonnen. Das teilt der Netzbetreiber Amprion mit. In der Region sei unter anderem nach Kampfmitteln und archäologischen Funden gesucht worden. Außerdem habe es bereits erste Bohrungen gegeben. Die Leitung ist Teil eines großen Infrastruktur-Projekts, das Strom aus Windenergie von Emden an der Nordsee bis nach Meerbusch bringen soll. Die gesamte Trasse ist rund 300 Kilometer lang.
Was in Willich, Kempen und Tönisvorst geplant ist
Nach Angaben von Amprion sollen die Arbeiten in den kommenden Jahren weitergehen. Größere Verkehrsbehinderungen sind demnach nicht vorgesehen. Zwischenzeitliche Sperrungen könne es aber auf kleineren Straßen oder auf Feldwegen geben. Der Netzbetreiber verweist darauf, dass der Ausbau des Stromnetzes nötig sei, weil Strom aus erneuerbaren Energien oft nicht dort erzeugt wird, wo er später gebraucht wird. Die Trasse soll deshalb helfen, Windstrom aus dem Norden in andere Regionen zu transportieren. Für den Niederrhein bedeutet das vor allem Bauarbeiten entlang der geplanten Strecke.
Bedeutung für das Stromnetz am Niederrhein
Laut Amprion kostet die Stromtrasse von Emden nach Meerbusch rund drei Milliarden Euro. Sie soll den Energiebedarf von etwa zwei Millionen Menschen decken. Der erste Spatenstich für das Projekt war bereits im Oktober 2023 in Meppen im Emsland. Ab 2027 soll dann Strom aus Windenergie über die Leitung fließen. Das Projekt gehört damit zu den größeren Vorhaben beim Ausbau der Energie-Infrastruktur in Deutschland. Für die Städte am Niederrhein ist vor allem wichtig, dass ein Teil der Trasse direkt durch die Region verläuft.
Hintergrund zum Ausbau der Leitung
Der Ausbau leistungsfähiger Stromnetze gilt als wichtiger Teil der Energiewende. Hintergrund ist, dass Windenergie häufig im Norden erzeugt wird, der Strom aber auch in anderen Teilen des Landes gebraucht wird. Neue Leitungen sollen diese Verteilung möglich machen. Nach den bisherigen Angaben laufen die vorbereitenden Arbeiten in der Region schon jetzt an. Dazu gehören Untersuchungen im Boden und erste technische Maßnahmen.