
Weniger Jobs, mehr Pleiten: Sorge um Krefelds Industrie
Die Krefelder Industrie baut weiter ab. Ein neuer IHK-Report zeigt weniger Jobs, sinkende Umsätze und deutlich mehr Firmenausfälle.
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Krefeld verliert Industrie-Arbeitsplätze
Der Industriestandort Krefeld hat in den vergangenen Jahren an Stärke verloren. Das geht aus dem neuen Industriereport der IHK Mittlerer Niederrhein hervor. Demnach ist die Zahl der Beschäftigten in der Krefelder Industrie seit 2015 um 8,1 Prozent gesunken. Auch der Anteil der Industrie an der Beschäftigung ist zurückgegangen. Trotzdem bleibt Krefeld innerhalb der Region ein wichtiger Industriestandort. 2025 lag der Anteil der Industriebeschäftigten dort laut IHK bei 21,1 Prozent und damit weiter über dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen.
Auch beim Umsatz zeigt sich ein Minus
Nicht nur bei den Arbeitsplätzen, auch bei den Umsätzen sieht die IHK eine schwache Entwicklung. In Krefeld lagen die Industrieumsätze im Jahr 2025 nominal 5,0 Prozent unter dem Niveau von 2015. Für die gesamte Region ergibt sich laut Report zwar nominal ein leichtes Plus seit 2015, unter Berücksichtigung der Inflation bleibt aber auch dort ein Minus. Die IHK verweist darauf, dass die Preissteigerungen in diesem Zeitraum bei rund 28 Prozent lagen. Schon in früheren Auswertungen hatte die Kammer von rückläufigen Industrieumsätzen in Krefeld berichtet.
Zahl der Firmenausfälle steigt stark
Besonders auffällig ist laut Industriereport die Entwicklung bei den Unternehmensausfällen. Gemeint ist der Anteil der Unternehmen, die zahlungsunfähig sind oder ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können. In Krefeld hat sich diese Ausfallrate im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht und liegt jetzt bei 3,21 Prozent. Für die gesamte Region stieg die Rate im verarbeitenden Gewerbe auf 2,07 Prozent. Nach Einschätzung der IHK sind bei vielen Betrieben nach mehreren Krisenjahren die Reserven weitgehend aufgebraucht.
IHK fordert weniger Bürokratie und günstigere Energie
Die IHK sieht vor allem die hohen Energiekosten und zu viel Bürokratie als große Probleme für die Industrie. Gerade Krefeld ist mit energieintensiven Branchen wie der Chemieindustrie besonders anfällig. Auch die starke Ausrichtung auf das Auslandsgeschäft mache viele Unternehmen verletzlich, wenn Energiepreise steigen oder die Weltwirtschaft schwächelt. Die Kammer fordert deshalb bezahlbare Energie, verlässliche Rahmenbedingungen und weniger Regulierung. Gleichzeitig betont sie, dass die Industrie für Krefeld und die gesamte Region ein wichtiger Arbeitgeber bleibt.