
Welt-Trinkgeld-Tag am Niederrhein
Zum Welt-Trinkgeld-Tag am Donnerstag (21. Mai) ruft die NGG in Krefeld und im Kreis Viersen zum Geben von Trinkgeld auf.
Veröffentlicht: Donnerstag, 21.05.2026 08:30
NGG appelliert an Gäste in Krefeld und Viersen
Zum Welt-Trinkgeld-Tag am 21. Mai ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kurz NGG, in Krefeld und im Kreis Viersen dazu auf, beim Trinkgeld nicht zu sparen. Nach Angaben der Gewerkschaft profitieren in beiden Regionen zusammen mehr als 7.000 Beschäftigte in Restaurants, Hotels, Gaststätten und Biergärten davon. Konkret nennt die NGG rund 3.710 Beschäftigte in Krefeld und rund 4.280 im Kreis Viersen. Für viele von ihnen sei Trinkgeld ein wichtiger Teil des Einkommens. Die Gewerkschaft spricht von einem zusätzlichen Geldbetrag, der im Alltag eine große Rolle spielen könne.
„Der Rest ist für Sie!“ - Ein Satz, den jeder Kellner im Restaurant oder Biergarten in Krefeld gerne hört. „Denn Trinkgeld kommt immer gut an. Vor allem, wenn es bei dem ‚Rest‘ nicht nur um 20 oder 50 Cent geht“ - Ina Korte-Grimberg, Geschäftsführerin der NGG Krefeld-Neuss.
10 bis 15 Prozent gelten als Faustregel
Feste Vorgaben für Trinkgeld gibt es laut NGG nicht. Als übliche Faustregel nennt die Gewerkschaft aber 10 Prozent der Rechnung, möglich seien auch 15 Prozent. Aus Sicht der NGG ist das eine Form von Wertschätzung für Service und Küche. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass viele Beschäftigte in der Gastronomie nicht besonders hohe Löhne bekommen. Gerade deshalb sei Trinkgeld für viele ein wichtiger Zuschlag zum normalen Einkommen. Die Gewerkschaft betont aber auch, dass Trinkgeld den Lohn nicht ersetzen dürfe.
„Das ist absolut tabu. Denn Lohn ist Lohn. Und Tip ist Tip“ - Ina Korte-Grimberg, Geschäftsführerin der NGG Krefeld-Neuss.
NGG rät bei Kartenzahlung zum Nachfragen
Besonders bei Kartenzahlung sollten Gäste nachfragen, ob das Trinkgeld auch wirklich beim Personal ankommt. Diesen Rat gibt die NGG ausdrücklich zum Welt-Trinkgeld-Tag. Hintergrund ist die Kritik der Gewerkschaft, dass Trinkgeld in manchen Betrieben mit dem Lohn verrechnet werde. Aus Sicht der NGG ist das nicht akzeptabel. Üblich sei stattdessen, dass das Trinkgeld im Team aufgeteilt werde, also auch an Küchenhilfen oder Minijobber gehe.
„Gerade dann sollte man sich beim Personal erkundigen, ob das eingezogene Trinkgeld auch tatsächlich beim Service und in der Küche ankommt“ - Ina Korte-Grimberg, Geschäftsführerin der NGG Krefeld-Neuss.
Wenig Trinkgeld oft in Fast-Food-Betrieben
Kritisch sieht die NGG auch die Lage in Fast-Food-Betrieben. Dort falle oft nur wenig Trinkgeld an, obwohl viele Beschäftigte nach Angaben der Gewerkschaft eher niedrig bezahlt würden. Als Beispiele nennt sie unter anderem Burger, Pizza, Pommes, Döner oder Currywurst. Unabhängig vom Trinkgeld fordert die NGG außerdem höhere Löhne in der Branche. Bei der nächsten Tarifverhandlung mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Mitte Juni will sie ein Lohnplus von 6 Prozent erreichen.