
Warnstreiks in Krefeld: IG Metall ruft zum Ausstand
Die IG Metall ruft heute (03. November) in rund 240 Betrieben zum Warnstreik auf, auch in Krefeld bei Siempelkamp. Gefordert werden fünf Prozent mehr Geld.
Veröffentlicht:
Krefeld: Demozug an der Siempelkamp Maschinenfabrik
Die IG Metall NRW hat für heute (3. November) zu Warnstreiks in rund 240 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie aufgerufen. In Krefeld treffen sich die Beschäftigten an der Siempelkamp Maschinenfabrik an der Siempelkampstraße 75. Dort ist zur Mittagszeit ein Demozug geplant, der um 11:55 Uhr beginnt. Als Redner ist Ralf Claessen von der IG Metall Krefeld angekündigt, er ist auch die Ansprechperson für die Aktion. Neben Siempelkamp beteiligen sich nach Gewerkschaftsangaben weitere Betriebe aus Krefeld. Genannt werden Saurer Technologies, VBG Group Truck Equipment, Hein Lehmann, Karl Völlm, die Siempelkamp Behältertechnik, die Siempelkamp Logistic & Service sowie die Siempelkamp Energy & Drying Solutions. Auch die Holding G. Siempelkamp ist in der Liste aufgeführt.
Auch Siemens Mobility will streiken
Nicht nur bei Siempelkamp wird heute die Arbeit niedergelegt. Auch Mitarbeiter von Siemens Mobility wollen sich am Warnstreik beteiligen, wie aus dem Aufruf hervorgeht. Das Unternehmen betreibt in Krefeld-Uerdingen ein Werk, in dem Züge gebaut werden. Bereits am Montag hatten in Nordrhein-Westfalen Beschäftigte in Dutzenden Betrieben die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben der IG Metall machten rund 4000 Beschäftigte in 33 Betrieben mit, unter anderem in Bielefeld, Hamm, Dinslaken und Lünen. Die Gewerkschaft will die Aktionen nun ausweiten. In Nordrhein-Westfalen sind nach ihren Angaben rund 640.000 Menschen in der Branche beschäftigt.
Was die IG Metall fordert
Die IG Metall fordert nach Angaben aus dem aktuellen Tarifkonflikt fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich macht sie sich für sichere Arbeitsplätze und den Erhalt der Standorte stark. Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde ein erstes Angebot vorgelegt. Es sieht eine Einmalzahlung und in einem zweiten Schritt eine Erhöhung der Entgelte um 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von 26 Monaten vor. Begründet wurde das Angebot mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland. Die IG Metall hält das Angebot für zu niedrig. Die dritte Verhandlungsrunde ist nach Gewerkschaftsangaben für den 9. November geplant.
Streik als Druckmittel in der Tarifrunde
Die Warnstreiks sind möglich, weil die Friedenspflicht in dem Tarifkonflikt inzwischen beendet ist. Mit den Aktionen will die Gewerkschaft deutlich machen, dass die Beschäftigten spürbar bessere Konditionen erwarten. Der IG-Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler begründet die Forderung mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten.
„Das werden wir nicht akzeptieren.“ - Knut Giesler, IG-Metall-Verhandlungsführer
Das Angebot der Arbeitgeber gleiche aus Sicht der Gewerkschaft weder die gestiegenen Lebenshaltungskosten aus, noch biete es Perspektiven für Investitionen, Beschäftigungssicherung und die Zukunft der Industriestandorte. Die Arbeitgeber warnten die IG Metall unterdessen davor, die Tarifrunde mit Warnstreiks zusätzlich anzuheizen. Ein Sprecher von Metall NRW nannte die Warnstreiks das völlig falsche Signal. In der schwersten Strukturkrise dieses Industriezweigs bräuchten die Unternehmen keine Eskalation, sondern möglichst zügig eine tragfähige und vernünftige Lösung.