
Viersen will Corona-und Ukraine-Kosten endgültig abschließen
Viersen will die finanziellen Folgen von Corona und Ukraine-Krieg beenden. Am Montag (26. Januar) berät der Finanzausschuss über den Umgang mit 20,6 Millionen Euro.
Veröffentlicht: Montag, 26.01.2026 05:24
Die Stadt Viersen will einen Schlussstrich unter die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs ziehen. Im Haupt- und Finanzausschuss wird heute darüber beraten, wie mit der sogenannten Bilanzierungshilfe in Höhe von rund 20,6 Millionen Euro umgegangen werden soll. Der Rat entscheidet Anfang Februar.
Die Bilanzierungshilfe beruht auf einem Landesgesetz, das Kommunen erlaubt hat, außergewöhnliche Krisenkosten aus den Jahren 2020 bis 2023 zunächst im Haushalt zu „parken“. Jetzt schreibt das Gesetz vor, wie diese Summen endgültig verarbeitet werden müssen.
Zwei Wege: Abschreiben oder einmalig ausbuchen
Laut Verwaltung gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Die erste wäre eine lineare Abschreibung über bis zu 50 Jahre. Das würde den städtischen Haushalt ab 2026 jährlich mit rund 412.000 Euro zusätzlich belasten und den Haushaltsausgleich erschweren.
Die zweite Möglichkeit ist eine einmalige, erfolgsneutrale Ausbuchung der gesamten Summe gegen das Eigenkapital der Stadt. Diese Variante würde den laufenden Ergebnishaushalt nicht belasten, aber das Eigenkapital um rund 20,6 Millionen Euro verringern. Eine Überschuldung droht nach aktueller Einschätzung nicht.
Verwaltung rät zu einmaliger Lösung
Die Stadtverwaltung empfiehlt klar die zweite Option. Ziel sei es, künftige Haushalte und kommende Generationen nicht über Jahrzehnte zusätzlich zu belasten. Das Eigenkapital der Stadt lag Ende 2024 bei gut 206 Millionen Euro, die Ausbuchung entspräche damit etwa zehn Prozent dieses Bestands.
Der Haupt- und Finanzausschuss berät heute über den Vorschlag. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat der Stadt Viersen am 3. Februar.