
Viersen plant Tagesaufenthalt für Wohnungslose
Die Stadt Viersen will einen Tagesaufenthalt für obdach- und wohnungslose Menschen ermöglichen.
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Viersen berät über neues Angebot für Wohnungslose
Die Stadt Viersen will einen Tagesaufenthalt für obdach- und wohnungslose Menschen einrichten. Darüber beraten zunächst der Ausschuss für Soziales und Gesundheit am 7. September 2026, danach der Haupt- und Finanzausschuss am 21. September 2026. Die endgültige Entscheidung soll der Rat am 29. September 2026 treffen. Laut Sitzungsvorlage soll die Verwaltung beauftragt werden, für die Jahre 2027 bis 2029 jeweils 310.000 Euro im Haushalt einzuplanen. Das Geld ist für ein neues Angebot vorgesehen, das tagsüber als Anlaufstelle für wohnungslose und obdachlose Menschen dienen soll.
Zwei Modelle stehen für Viersen im Raum
Nach den bisherigen Planungen gibt es für die Umsetzung zwei mögliche Varianten. Vorrangig soll geprüft werden, ob ein sozialer Träger das Angebot in eigener Regie übernimmt und dafür einen städtischen Zuschuss bekommt. In der Vorlage wird dafür ein Zuschuss von grob 75 Prozent der Gesamtkosten genannt. Dann lägen die Aufwendungen der Stadt bei voraussichtlich 232.500 Euro pro Jahr. Falls das nicht möglich ist, soll die Stadt die Leistung an einen sozialen Träger vergeben. In diesem Fall müsste Viersen die Kosten nach den bisherigen Berechnungen komplett tragen. Dann wären es rund 310.000 Euro pro Jahr.
Kreis Viersen lehnt finanzielle Beteiligung ab
Die Stadt hatte nach eigenen Angaben auch den Kreis Viersen um eine Kostenbeteiligung oder eine Kooperation gebeten. Laut Vorlage lehnen aber sowohl der Kreis Viersen als auch der Landschaftsverband eine Mitfinanzierung ab. Als Begründung wird unter anderem genannt, dass die Idee aus örtlichen Problemen rund um Wohnungslosigkeit und den öffentlichen Raum entstanden sei. Der Kreis verweist außerdem auf bereits bestehende Hilfen des SKM Kreis Viersen, etwa Beratungsangebote, aufsuchende Hilfen und Betreutes Wohnen. Zudem sieht der Kreis Unsicherheiten beim tatsächlichen Bedarf und bei der späteren Nutzung des geplanten Tagesaufenthalts.
Verwaltung sieht finanzielle Risiken für die Stadt
Die finanzielle Belastung würde damit vollständig bei der Stadt Viersen liegen. Genau das spielt in der Vorlage eine große Rolle. Die Fachverwaltung empfiehlt deshalb einen dreijährigen Projektzeitraum mit anschließender Auswertung. Gleichzeitig warnt die Kämmerei deutlich vor dem Vorhaben. Nach ihrer Einschätzung wird sich die Stadt Viersen ab dem 1. Januar 2027 voraussichtlich in der vorläufigen Haushaltsführung befinden. In dieser Lage seien freiwillige Leistungen wie ein neuer Tagesaufenthalt haushaltsrechtlich besonders kritisch. Deshalb rät die Kämmerei ausdrücklich von beiden vorgestellten Umsetzungsvarianten ab.