
Viersen: Festnahme aus Kirchenasyl beschäftigt Lokalpolitik
In den vergangenen Tagen hat die Festnahme eines kurdischen Ehepaars, das sich im Kirchenasyl am Niederrhein befand, bundesweit für Aufsehen gesorgt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.07.2023 12:27
Derzeit beschäftigt der Vorfall auch die Lokalpolitik. Die Viersener Grünen-Fraktion fordert jetzt, dass sich unter anderem die Bürgermeisterin dazu erklärt. Das Ehepaar war 2021 aus dem Irak geflohen und seit Mai von der evangelischen Kirchengemeinde Lobberich/Hinsbeck untergebracht. Dadurch gilt ein besonderer Schutz, der in der Regel von den Behörden geduldet wird. Jetzt im Juli hat es aber eine Hausdurchsuchung und eine Festnahme gegeben. Seitdem befindet sich das Paar in Abschiebehaft in Darmstadt, heißt es von der evangelischen Kirche. Sie sollen nach Polen gebracht werden, wo über das Asylbegehren entschieden werden soll. Der Ausländerbehörde Viersen wird ein Tabubruch vorgeworfen. Sie breche zwar kein geltendes Recht aber überschreite eine moralische Grenze, heißt es. Die Stadt beruft sich auf den gesetzlichen Auftrag, den die Ausländerbehörden zu erfüllen hätten.