
Tönisvorst berät über neue ABC-Klassen ab 2029
In Tönisvorst geht es am Mittwoch (22. April) um die geplanten ABC-Klassen in NRW. Die Stadt hält das Konzept für sinnvoll, einige Fragen sind aber noch offen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 22.04.2026 06:30
Tönisvorst berät über ABC-Klassen
In Tönisvorst beschäftigt sich die Politik Mittwochabend mit der geplanten Einführung sogenannter ABC-Klassen. Thema ist das im Ausschuss für Soziales, frühkindliche Bildung, Jugend und Senioren. Die Klassen sollen ab August 2029 in ganz Nordrhein-Westfalen verpflichtend eingeführt werden. Ziel ist es, die Sprachförderung von Kindern vor der Einschulung zu verbessern. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus St. Tönis.
Hintergrund ist ein nach Angaben des Landes großes Problem bei den Sprachkenntnissen von Vorschulkindern. Laut den Unterlagen fehlen einem Drittel der Kinder in Nordrhein-Westfalen ausreichende Deutschkenntnisse. Die ABC-Klassen sollen deshalb im Jahr vor der Einschulung gezielt unterstützen. In Tönisvorst könnten nach derzeitiger Einschätzung rund 75 Kinder aus dem Einschulungsjahrgang 2029 betroffen sein. Die Stadt stellt aber klar, dass es zur konkreten Umsetzung noch viele offene Punkte gibt.
Kosten und Organisation noch nicht geklärt
Die Verwaltung macht in den Unterlagen deutlich, dass aktuell noch nicht gesagt werden kann, welche Kosten genau auf Tönisvorst zukommen. Viele entscheidende Fragen seien noch nicht abschließend vom Gesetzgeber geregelt. Das betrifft nach Angaben der Stadt vor allem die Finanzierung und die Organisation. Ohne diese Vorgaben lasse sich der tatsächliche Aufwand für die Kommune bisher nicht verlässlich beziffern. Klar sei aber schon jetzt, dass die Einführung mit erheblichem Aufwand verbunden wäre.
Genannt werden unter anderem zusätzliche Räume, Transporte für die betroffenen Kinder und mehr Personal in der Verwaltung. Auch bei der Betreuung und im Busverkehr könnte es laut Stadt zu Engpässen kommen. Die Verwaltung hält das Konzept grundsätzlich für sinnvoll. Gleichzeitig warnt sie aber davor, dass die praktische Umsetzung für die Kommunen schwierig werden könnte, wenn das Land keine klaren Rahmenbedingungen schafft. Vor allem bei der Finanzierung sieht die Stadt noch Klärungsbedarf.
Sprachförderung vor der Einschulung
Mit den ABC-Klassen soll die Sprachförderung vor dem Schulstart gestärkt werden. Kinder mit Förderbedarf sollen im Jahr vor der Einschulung gezielt unterstützt werden, damit ihnen der Einstieg in die Schule leichter fällt. Nach den vorliegenden Informationen steht das landesweite Ziel damit fest. Offen ist aber noch, wie genau die Vorgaben vor Ort umgesetzt werden sollen. Das betrifft sowohl die personelle Ausstattung als auch die räumliche und organisatorische Planung.
Für Tönisvorst ist das Thema auch deshalb wichtig, weil die Stadt sich frühzeitig auf die neue Pflicht vorbereiten muss. Wenn tatsächlich rund 75 Kinder betroffen sein sollten, hätte das direkte Auswirkungen auf die kommunale Planung. Die Diskussion im Ausschuss dürfte deshalb vor allem zeigen, welche Fragen aus Sicht der Stadt noch beantwortet werden müssen. Eine endgültige Entscheidung über die landesweite Ausgestaltung liegt jedoch nicht bei der Kommune, sondern beim Gesetzgeber in Nordrhein-Westfalen.
Weitere Themen im Ausschuss in Tönisvorst
Neben den ABC-Klassen stehen heute Abend noch weitere Themen auf der Tagesordnung. Im Ausschuss geht es auch um die Überarbeitung der Elternbeitragssatzung des Kreisjugendamtes Viersen. Außerdem wird über einen Kostenanteil der Stadt für die Kindertageseinrichtung „Waldwichtel“ im HPZ Krefeld-Kreis Viersen ab dem Kindergartenjahr 2026/2027 gesprochen. Dabei geht es laut Mitteilung darum, die Kita ähnlich zu behandeln wie andere Träger im Stadtgebiet.
Die Sitzung ist öffentlich. Für Besucher stehen Plätze auf der Empore des Ratssaals zur Verfügung. Bild- und Tonaufnahmen sind dabei nicht gestattet. Die vollständige Tagesordnung ist auf der Internetseite der Stadt Tönisvorst abrufbar.