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Strike-Gründer in Krefeld vor Gericht
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Strike-Gründer in Krefeld vor Gericht

Der Gründer der insolventen Vintage-Kette Strike steht in Krefeld vor Gericht. Es geht um Vorwürfe rund um gefälschte Kleidung, Sozialabgaben und Insolvenzverschleppung.

Veröffentlicht: Mittwoch, 29.04.2026 03:54

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Strike-Prozess startet in Krefeld

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Vor dem Amtsgericht Krefeld beginnt ab Mittwoch (29. April) ein Strafverfahren gegen den Gründer der insolventen Vintage-Modekette Strike. Verhandelt wird laut Gericht am Mittwochmittag ab 12:30 Uhr vor dem Strafrichter. Dem 25 Jahre alten deutsch-amerikanischen Angeklagten aus Krefeld werden mehrere Delikte vorgeworfen. Dazu gehören nach Angaben des Gerichts das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt, eine strafbare Kennzeichenverletzung und Insolvenzverschleppung. Damit muss das Gericht nun klären, ob sich die Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer bestätigen.

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Diese Vorwürfe erhebt die Staatsanwaltschaft

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Nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte zwischen April 2023 und März 2024 in drei Fällen Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nicht abgeführt haben. Die Summe liegt laut Gericht bei insgesamt 3.875,71 Euro für drei Beschäftigte. Außerdem soll er gefälschte Markenkleidung in Pakistan beschafft haben. Diese Ware soll über seine Firma verkauft worden sein, die mit gebrauchten Kleidungsstücken gehandelt habe. Hinzu kommt der Vorwurf, dass ein Insolvenzeröffnungsantrag nicht rechtzeitig gestellt worden sein soll.

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Fall Strike sorgte in Krefeld früh für Aufsehen

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Der Fall hatte bereits vor rund zwei Jahren größere Aufmerksamkeit bekommen. Ein Recherche-Team von Correctiv hatte über die Firma und mögliche Unstimmigkeiten beim Verkauf berichtet. Im Mittelpunkt stand damals der Vorwurf, dass teils fabrikneue Ware aus Pakistan als gebrauchte Second-Hand-Kleidung angeboten worden sein soll. Der Unternehmer hatte nach diesen Recherchen erklärt, nicht gewusst zu haben, dass es sich um gefälschte Artikel gehandelt habe. Ob eine bewusste Täuschung vorlag, ist nun Teil der gerichtlichen Aufarbeitung.

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Gericht muss Vorsatz und Verantwortung prüfen

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Mit dem Prozess vor dem Amtsgericht Krefeld beginnt jetzt die strafrechtliche Bewertung des Falls. Dabei geht es nicht nur um die Herkunft und Echtheit der Kleidung, sondern auch um die Verantwortung des Angeklagten als Geschäftsführer. Das Gericht muss prüfen, ob Sozialabgaben bewusst nicht gezahlt wurden und ob der Insolvenzantrag verspätet gestellt wurde. Auch bei der mutmaßlich gefälschten Markenware wird es darauf ankommen, was der Angeklagte wusste und beabsichtigte. Ein Urteil wird es zum Prozessauftakt noch nicht erwartet.

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