
Streit um Seidenweberhaus in Krefeld geht weiter
In Krefeld geht der Streit um das Seidenweberhaus weiter. Eine Initiative fordert den Erhalt, die Stadt hält am Umbau des Kesselhauses fest.
Veröffentlicht: Freitag, 10.07.2026 04:34
Streit um das Seidenweberhaus in Krefeld
In Krefeld läuft die Debatte um die Zukunft des Seidenweberhauses weiter. Eine Initiative hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 1.000 Unterschriften für den Erhalt des Gebäudes gesammelt. Sie fordert, auf einen Abriss zu verzichten und stattdessen das Seidenweberhaus sowie die Parkgarage zu sanieren. Nach Darstellung der Initiative wäre das günstiger als die bisherigen Pläne der Stadt. Die Stadt Krefeld weist diese Einschätzung zurück.
Stadt Krefeld bleibt beim Kesselhaus
Die Stadt hält an ihrem Kurs fest und will das Kesselhaus zur neuen Veranstaltungshalle umbauen. Nach Angaben der Verwaltung ist diese Lösung mit 122,6 Millionen Euro netto gedeckelt. Eine Sanierung des Seidenweberhauses sei dagegen mit hohen Unsicherheiten verbunden. Bau- und Planungsdezernent Marcus Beyer hat erklärt, eine Sanierung wäre ein „Fass ohne Boden“. Die Stadt spricht außerdem von irreführenden Zahlen in den Vorschlägen der Initiativen.
„Falsche Zahlen werden nicht richtiger, indem man sie in regelmäßigen Abständen wiederholt“ - Marcus Beyer, Bau- und Planungsdezernent.
Unterschiedliche Berechnungen zu den Kosten
Die Initiative kommt nach eigenen Angaben zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Seidenweberhauses rund 98,5 Millionen Euro kosten würde. Für das Projekt Kesselhaus rechnet sie mit insgesamt 157 Millionen Euro brutto und spricht von möglichen Einsparungen in Höhe von rund 58,5 Millionen Euro beim Erhalt des bestehenden Hauses. Die Stadt verweist dagegen auf frühere Gutachten und Plausibilitätsprüfungen. Demnach seien für eine Sanierung bei einem möglichen Baustart im Jahr 2029 Kosten von 170,8 Millionen Euro netto geschätzt worden. Diese Summe enthalte noch nicht die Sanierung der Tiefgarage.
Betrieb nur noch befristet gesichert
Nach Angaben der Stadt ist der Weiterbetrieb im Seidenweberhaus derzeit nur noch bis Ende 2027 gesichert, sofern die technischen Anlagen so lange durchhalten. Ziel sei es danach, einen Betrieb bis zur Fertigstellung des Kesselhauses zu ermöglichen, wenn der bauliche Zustand das zulässt. Eine Sanierung im laufenden Betrieb sei laut Stadt nicht möglich. Das Gebäude müsste für mehrere Jahre geschlossen werden. Dann kämen nach Darstellung der Verwaltung zusätzlich Kosten für eine Ersatzspielstätte hinzu.