
Streit um Fehlfahrten: Krefeld fordert Lösung von NRW
Müssen Krefelderinnen und Krefelder künftig selbst für sogenannte Fehlfahrten im Rettungsdienst aufkommen? Diese Sorge äußert aktuell die Stadt Krefeld.
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.10.2025 05:05
Grund ist, dass die Krankenkassen solche Einsätze bislang nicht mehr vollständig übernehmen wollen. Auch die bisherigen Verhandlungen zwischen Stadt und Krankenkassen blieben ohne Ergebnis.
Fehlfahrten entstehen, wenn der Rettungswagen ausrückt, Patientinnen oder Patienten aber nicht ins Krankenhaus transportiert werden müssen – etwa, weil eine Behandlung vor Ort ausreicht oder eine Weiterbehandlung in einer Praxis möglich ist. Laut Stadt Krefeld sind solche Einsätze ein wichtiger Bestandteil der Notfallversorgung und helfen, die Krankenhäuser zu entlasten.
Städtetag NRW warnt vor Kostenabwälzung
Der Städtetag NRW warnt nun, dass Kommunen bald gezwungen sein könnten, die Kosten direkt den Bürgern in Rechnung zu stellen. Krefelds Beigeordnete Cigdem Bern kritisiert diese Entwicklung scharf:
„Es darf nicht sein, dass Bürgerinnen und Bürger die Leidtragenden einer ungelösten Kostenfrage werden. Eine Kostenabwälzung wäre ungerecht und würde das Vertrauen in die Notfallversorgung beschädigen.“
Gemeinsam mit anderen Städten fordert Krefeld deshalb eine landesweite Lösung. Das Land NRW und die Krankenkassen müssten endlich eine tragfähige Vereinbarung zur Finanzierung solcher Einsätze finden.
Krefeld fordert klare Regelung
Die Stadt appelliert an die Landesregierung, sich der Verantwortung zu stellen. Notwendig sei eine bundesgesetzliche Regelung, die klarstellt, dass auch Rettungseinsätze mit Behandlung vor Ort abrechnungsfähig sind. Nur so könne verhindert werden, dass Bürgerinnen und Bürger künftig auf hohen Kosten sitzen bleiben.