
Spatenstich für Orang-Utan-Anlage im Krefelder Zoo
Im Krefelder Zoo haben die Bauarbeiten für eine neue Orang-Utan-Anlage begonnen. Das neue Gehege soll bis 2028 fertig sein.
Veröffentlicht: Freitag, 24.04.2026 04:48
Krefelder Zoo startet Bau des Orang-Utan-Hauses
Im Krefelder Zoo haben die Bauarbeiten für das neue Orang-Utan-Haus offiziell begonnen. Mit einem symbolischen Spatenstich ist der zweite Bauabschnitt des Artenschutzzentrums Affenpark gestartet. Daran beteiligt waren unter anderem Oberbürgermeister Frank Meyer, Zoodirektorin Dr. Stefanie Markowski, der kaufmännische Leiter Frank Rusch, die Vorsitzende der Zoofreunde Yvonne Brandt, die Aufsichtsratsvorsitzende Anke Drießen-Seeger und Architekt Heinz Berger. Auf einer rund 4.000 Quadratmeter großen Erweiterungsfläche soll bis 2028 eine Anlage für bedrohte Orang-Utans entstehen. Nach Angaben von Zoo und Stadt ist das Projekt ein weiterer Schritt beim Ausbau des neuen Affenparks.
„Dies ist der zweite Teil eines Neubeginns im Krefelder Zoo“ - Frank Meyer, Oberbürgermeister.
Neue Anlage in Krefeld soll bis 2028 fertig sein
Das neue Orang-Utan-Haus soll den Tieren viel Platz in der Höhe bieten. Im Warmhaus können die Menschenaffen nach Zooangaben künftig bis zu zwölf Meter hoch klettern. In den übernetzten Außenanlagen sind sogar Klettermöglichkeiten in bis zu 15 Metern Höhe vorgesehen. Geplant sind außerdem Bäume, Kletterstrukturen, Plattformen, Felsen, ein Wasserlauf und verschiedene Bodensubstrate wie Wiese, Sand und Mulch. Hinter den Kulissen entstehen außerdem Schlaf- und Trainingsräume, dazu kommt eine sogenannte Solebox für Inhalation. „Wir orientieren uns bei der Anlage an den Bedürfnissen der Tiere, die uns anvertraut sind“ - Dr. Stefanie Markowski, Zoodirektorin.
Finanzierung durch Stadt Krefeld und Zoofreunde
Nach Angaben von Zoo und Stadt kostet das Projekt rund 14,1 Millionen Euro. Den größten Teil übernimmt die Stadt Krefeld als Mehrheitsgesellschafter. Hinzu kommen Spenden der Zoofreunde. Die Vorsitzende Yvonne Brandt betont, dass die Unterstützung für den Zoo nach der Fertigstellung des Menschenaffenwaldes weitergegangen sei. Der Menschenaffenwald war im Oktober eingeweiht worden und bietet Schimpansen und Gorillas eine Heimat. Mit dem jetzigen Spatenstich beginnt zunächst der Rohbau, im Jahr 2027 sollen dann die Freianlagen folgen.
Neue Perspektiven für Besucher im Affenpark
Auch für Besucherinnen und Besucher soll die neue Anlage besondere Einblicke bieten. Geplant sind große Panoramascheiben, eine Terrasse und ein Bereich auf mehreren Ebenen. So sollen die Orang-Utans teilweise auf Augenhöhe beobachtet werden können. Große Oberlichter sollen für Tageslicht in den Innenanlagen sorgen. Nach Angaben des Zoos werden die Dachflächen extensiv begrünt oder für Photovoltaik genutzt. Gestalterisch soll sich der Neubau am bereits bestehenden Menschenaffenwald orientieren.
Bedrohte Orang-Utans im Mittelpunkt
Welche Orang-Utan-Art später im Krefelder Zoo leben wird, steht noch nicht fest. Diese Entscheidung trifft das Europäische Erhaltungszuchtprogramm des Europäischen Zoo- und Aquarienverbandes. Orang-Utans gelten weltweit als stark bedroht. Ihre Lebensräume auf Sumatra und Borneo schrumpfen laut Zoo unter anderem durch Abholzung, Klimaveränderungen und veränderte Landnutzung. Der Krefelder Zoo verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung moderner Zoos beim Erhalt bedrohter Tierarten.