
Schlüsseldienste - Tipps gegen teure Retter in der Not
Die Tür achtlos zugezogen, und der Schlüssel steckt von innen – das kann jedem mal passieren, kann aber teuer werden. Wir fassen Euch die besten Tipps zusammen, damit Ihr nicht in die Falle der teuren Retter tappt.
Veröffentlicht: Samstag, 30.04.2022 22:00
Dem teuren Retter nicht die Falle tappen - so geht's
Viele hilfreiche Türöffner leisten zwar rasche Abhilfe, nutzen im Gegenzug jedoch die Notlage der Kunden mit überteuerten Preisen schamlos aus
Peter Lindackers, Leiter der Beratungsstelle Krefeld der Verbraucherzentrale NRW
Akute Notlage
Schon beim ersten Anruf sollten Ausgesperrte immer nach der genauen Anschrift der Firma und einem verbindlichen Festpreis fragen, in dem die Anfahrtskosten und mögliche Zuschläge bereits enthalten sind. Die Öffnung einer lediglich ins Schloss gefallenen Tür kostet inklusive Anfahrt circa 80 Euro. Nachts, sonntags oder an Feiertagen werden im Schnitt 130 Euro für den Service berechnet. Nutzen Schlüsselnotdienste die Bedrängnis von Kunden aus und verlangen mehrere hundert Euro fürs Türöffnen, ist es ratsam, auch in einer akuten Notlage mehrere Anbieter anzurufen und deren Leistungen miteinander zu vergleichen. Auf keinen Fall sollten Firmen einen Auftrag erhalten, die sich im Telefon- oder Branchenbuch durch die Aneinanderreihung des Buchstabens „A“ an vorderster Stelle einen Vorteil verschaffen. Auch bei Internetsuchmaschine sollte darauf geachtet werden, ob es wirklich eine echtes Suchergebnis ist oder nur eine geschaltete Anzeige. Oft sind solche Dienste weder seriös, noch ortsansässig.
Sachgerechte Leistungen
Ist eine Tür bloß zugefallen, muss sie in den meisten Fällen weder aufgebrochen, noch das Schloss ausgebaut werden. Beides ist aber häufige Praxis, um die Kosten in die Höhe zu treiben. Unverschlossene Türen lassen sich in der Regel ohne Beschädigung in kürzester Zeit vom Fachmann öffnen.
Korrekte Rechnungsposten
Schlüsseldienste dürfen nur die konkrete Arbeitszeit – in der Regel wenige Minuten – und die entstandenen Fahrtkosten in Rechnung stellen. Wird eine ortsansässige Firma mit der Türöffnung betraut, kann der Dienstleister nur die Fahrtkosten innerhalb der Ortsgrenzen in Rechnung stellen. Kosten für den Einsatz von Spezialwerkzeugen fallen nur an, wenn die Geräte auch tatsächlich eingesetzt wurden. Rückt der Notdienst außerhalb der gewöhnlichen Arbeitszeiten an, kommen zur reinen Arbeitszeit noch Nacht- und Feiertagszuschläge hinzu. Erlaubt sind hierbei Zuschläge von 25 bis 100 Prozent – allerdings nur für Lohn- und lohnabhängige Kosten und nicht für Material- oder Fahrzeugkosten.
Rechnung prüfen
Eine Rechnung sollte nur dann vollständig bezahlt werden, wenn die Arbeiten korrekt ausgeführt wurden und jede Position nachvollziehbar ist. Kunden, die eine ungewöhnlich hohe Rechnung bekommen, sollten eine Anzahlung nur unter Vorbehalt leisten und die Rechnung lieber prüfen lassen. Ist das Geld erst einmal weg - egal ob bar oder per EC-Karte – wird es schwer es zurückzuholen.
Vorsorge für alle Fälle
Wer einen Schlüssel beim Nachbarn deponiert, ist auf den Einsatz eines Notdienstes oftmals nicht angewiesen. Auch ein vorsorglicher Preisvergleich bei der Konkurrenz kann sich lohnen. Und wer sich zusätzlich im Vorfeld nach Preisen und Leistungen eines seriösen Schlüsseldienstes in Wohnnähe erkundigt und dessen Rufnummer parat hat, ist für den Notfall bestens gewappnet. Und auch informieren ist eine Art Vorsorge. Weitere Tipps, die hat die Verbraucherzentrale für Euch.