
Protest in Siegen, Werk Krefeld betroffen
Rund 3.500 Menschen haben in Siegen gegen die Pläne von Swiss Steel für die Deutschen Edelstahlwerke demonstriert. Auch der Standort Krefeld ist betroffen.
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Protest in Siegen-Geisweid: Tausende demonstrieren für Stahlarbeitsplätze
Mehrere tausend Menschen haben am Abend (26. Oktober) in Siegen für den Erhalt von Stahlarbeitsplätzen bei den Deutschen Edelstahlwerken (DEW) demonstriert. Aufgerufen zu dem Protest hatte die IG Metall. Nach Angaben der Polizei zogen rund 3.500 Menschen durch den Stadtteil Geisweid, darunter auch Familien von Werksangehörigen. Die Demonstration stand unter dem Motto „Verstummt der Puls des Stahls, verliert Geisweid sein Herz“. Die IG Metall sieht mehrere hundert Arbeitsplätze in der Region bedroht.
Pläne von Swiss Steel: Was für Siegen, Witten, Hagen und Krefeld vorgesehen ist
Der Mutterkonzern Swiss Steel hatte vor zwei Wochen eine Teilschließung des Werks in Siegen angekündigt. Er will die DEW-Kapazitäten in Witten und Siegen bündeln, die Stahlproduktion soll in Witten konzentriert werden. Das Stahlwerk in Siegen soll „pausieren“ und bei einer besseren Marktlage unter Umständen wieder in Betrieb gehen. Davon sind laut Firmenangaben rund 220 Menschen betroffen. Das Siegener Walzwerk mit rund 700 Beschäftigten soll dagegen „integraler Bestandteil“ des künftigen Produktionsverbunds bleiben. Die Werke in Hagen und Krefeld sollen verkauft oder geschlossen werden. Das Unternehmen begründet die Pläne mit einem schrumpfenden Markt.
Siegens Bürgermeister kritisiert das „Pausieren“ des Stahlwerks
Siegens Bürgermeister Tristan Vitt (SPD) hat das angekündigte „Pausieren“ des Stahlwerks kritisiert. Das geht aus dem vorab veröffentlichten Text seiner Rede hervor. Darin sagte er:
„Ein Stahlwerk ist kein Lichtschalter, den man einfach ausknipst und Jahre später wieder einschaltet“ - Tristan Vitt, Bürgermeister von Siegen.
Er sagte außerdem, wer sich über Generationen auf die Arbeit und Loyalität der Beschäftigten habe verlassen können, schulde mehr als eine Videobotschaft. Die Erklärung, die berufliche Zukunft der Beschäftigten werde jetzt pausiert, reiche nicht aus. Er erwarte von Swiss Steel, dass sämtliche Möglichkeiten zum Erhalt der Stahlproduktion ernsthaft geprüft würden.
Forderung nach Prüfung und Tarifrunde: Was jetzt in NRW ansteht
Gewerkschaft und Politik fordern, alle Möglichkeiten zum Erhalt der Stahlproduktion und der Arbeitsplätze zu prüfen. Auch der Standort Krefeld gehört zu den Werken, die nach den Plänen von Swiss Steel verkauft oder geschlossen werden sollen. Außerdem startet heute unter anderem in NRW die zweite Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Bei Tarifverhandlungen sprechen Gewerkschaft und Arbeitgeber über Löhne und Arbeitsbedingungen.