
Presswerk Krefeld vor dem Aus
Das Presswerk Krefeld steht vor dem Aus. Die Suche nach einem Investor ist gescheitert, die Ausproduktion soll in den nächsten zwölf Monaten laufen.
Veröffentlicht: Dienstag, 04.08.2026 06:15
Investorensuche in Krefeld gescheitert
Für das Presswerk Krefeld gibt es nach Angaben der IG Metall offenbar keine Zukunft mehr. Der letzte verbliebene potenzielle Investor ist demnach aus dem Verkaufsprozess ausgestiegen. Der Insolvenzverwalter habe den Beschäftigten in einer kurzfristig einberufenen Belegschaftsversammlung mitgeteilt, dass es keine Einigung gegeben habe. Hintergrund sollen gescheiterte Gespräche mit wichtigen Kunden des Unternehmens sein. Damit sei eine Fortführung des Betriebs nicht mehr möglich. Die Suche nach einer dauerhaften Lösung für den Standort ist damit vorerst beendet.
Ausproduktion soll zwölf Monate dauern
Laut IGM steht jetzt die Ausproduktion bevor. Sie soll nach Einschätzung des Insolvenzverwalters mindestens zwölf Monate dauern. In dieser Zeit sollen die Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten bestehen bleiben. Auch Löhne und Gehälter sollen weiter gezahlt werden. Aktuell sind laut IG Metall noch rund 230 Menschen beim Presswerk Krefeld beschäftigt. Für die Belegschaft bedeutet das weiter Unsicherheit, auch wenn die Beschäftigung zunächst bestehen bleibt.
Entwicklung seit der Insolvenz in Krefeld
Das Presswerk war 2022 mit damals gut 300 Beschäftigten von der Winning Group übernommen worden. Anfang 2024 wurde der Hersteller von Lenkungs- und Aufhängungskomponenten für die Automobilindustrie nach Angaben der IG Metall an die First Brands Group in den USA weiterverkauft. Seit Ende November 2025 läuft das Insolvenzverfahren. Mitte Januar 2026 hatte der Insolvenzverwalter noch erklärt, er sehe Perspektiven und Zukunftschancen für den Standort. Damals war angekündigt worden, den Betrieb fortzuführen, gleichzeitig sollten aber 69 Arbeitsplätze wegfallen. Diese Hoffnung hat sich nun offenbar nicht bestätigt.
Wie es für die Beschäftigten weitergeht
In den kommenden Wochen sollen Betriebsrat und IG Metall nach Angaben aus der Mitteilung mit dem Insolvenzverwalter über die Modalitäten der Ausproduktion sprechen. Dabei geht es auch um die Vergütung der Beschäftigten, die den Betrieb in dieser Phase weiter aufrechterhalten. Die Gewerkschaft erklärt außerdem, Ziel bleibe eine zukunftsfähige Perspektive für die betroffenen Beschäftigten und Auszubildenden.