
Niederrhein: Telefonische Krankschreibung vor dem Aus?
Die CDU will die telefonische Krankschreibung abschaffen. Hausärzte am Niederrhein warnen vor vollen Praxen und höheren Kosten.
Veröffentlicht: Montag, 02.03.2026 05:22
Der Hausärzteverband Nordrhein warnt vor der geplanten Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Hintergrund ist eine Initiative der CDU, die die Möglichkeit zur Krankmeldung per Anruf streichen will. Die Partei sieht in der telefonischen Krankschreibung einen möglichen Grund für steigende Krankmeldungen.
Hausärzte warnen vor vollen Praxen und höheren Kosten
Nach Einschätzung des Verbands würde die Abschaffung dazu führen, dass Patientinnen und Patienten auch bei leichten Erkrankungen wieder persönlich in die Praxis kommen müssten. Das würde Wartezimmer füllen, Wartezeiten verlängern und das Infektionsrisiko für andere Patienten sowie das Praxispersonal erhöhen. Zudem seien persönliche Praxisbesuche für die Krankenkassen teurer als eine telefonische Krankschreibung. Der Hausärzteverband Nordrhein befürchtet daher eine zusätzliche Belastung der Praxen – ohne dass der Krankenstand tatsächlich sinkt.
Verband fordert Nutzung der bestehenden Regelung
Statt die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, fordert der Hausärzteverband, die geltende Regel konsequenter zu nutzen: Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist erst nach drei Krankheitstagen erforderlich. Nach Ansicht der Hausärzte könne diese Regelung Zeit und Kosten sparen und die Praxen spürbar entlasten.