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Niederrhein: Sexualisierte Gewalt bei Pfadfindern
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Niederrhein: Sexualisierte Gewalt bei Pfadfindern

Eine Studie der Unis Marburg und Gießen wirft dem Pfadfinderverband DPSG sexualisierte Gewalt vor. Gruppen davon gibt es unter anderem in Viersen und Krefeld.

Veröffentlicht: Freitag, 06.02.2026 13:15

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Gegen den katholischen Pfadfinderverband DPSG mit Bundeszentrale in Mönchengladbach gibt es schwere Vorwürfe wegen sexualisierter und spiritueller Gewalt. Grundlage ist eine neue wissenschaftliche Studie der Universitäten Marburg und Gießen, die jetzt veröffentlicht wurde. Der Verband ist auch in der Region vertreten – unter anderem in Krefeld, Viersen und Kempen.

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Forschende sehen strukturelles Problem

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Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gewaltvorkommnisse innerhalb der DPSG untersucht – rückblickend bis ins Jahr 1929. Das Ergebnis: Sexualisierte Gewalt sei kein Randphänomen, sondern ein tief verankertes strukturelles Problem innerhalb des Verbandes.

Besonders gefährdet seien Kinder und Jugendliche in typischen Gemeinschaftssituationen wie Zeltlagern, Fahrten oder Freizeitmaßnahmen. Täter seien überwiegend männliche Leitungspersonen, die ihre Vertrauens- und Machtposition ausgenutzt hätten. Auch Fälle von Übergriffen unter Gleichaltrigen seien dokumentiert.

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Nähe, Macht und Spiritualität als Risikofaktoren

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Die Studie benennt mehrere Faktoren, die sexualisierte Gewalt begünstigt haben sollen. Dazu zählen enge Gemeinschaftsstrukturen, Machtgefälle zwischen Leitenden und Minderjährigen, spirituelle Überhöhung sowie fehlende kritische Kontrolle. In vielen Fällen sei Fehlverhalten verharmlost oder ignoriert worden.

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Verband räumt Versagen ein

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Die DPSG hat auf die Veröffentlichung reagiert und institutionelles Versagen eingeräumt. Der Verband betont, Verantwortung für das erlittene Leid zu übernehmen und die Ergebnisse als Grundlage für tiefgreifende Veränderungen zu nutzen. Ziel sei es, Strukturen grundlegend zu überprüfen und den Verband künftig zu einem sicheren Ort für Kinder und Jugendliche zu machen.

Dabei sollen Betroffene stärker eingebunden und bestehende Regeln, Rituale sowie Aufsichtsmechanismen kritisch hinterfragt werden.

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