
Niederrhein: RLV bringt klare Forderungen nach Berlin
Zum Start der Grünen Woche bringt der Rheinische Landwirtschaftsverband klare Forderungen mit nach Berlin – es geht um Mercosur, Märkte und Sicherheit.
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.01.2026 05:20
In Berlin startet heute die Grüne Woche. Die internationale Messe rund um Ernährung, Nachhaltigkeit und Innovation feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und läuft bis kommenden Mittwoch. Mit dabei ist auch der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) aus unserer Region – und der reist mit klaren Forderungen an.
Der Verband will die Messe nutzen, um drängende agrarpolitische Themen sichtbar zu machen und mit politischen Entscheidungsträgern zu diskutieren. Aus Sicht des RLV braucht die Landwirtschaft gerade jetzt mehr als Ankündigungen.
Unsicherheiten setzen landwirtschaftliche Betriebe unter Druck
Der RLV verweist auf zunehmende geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten, die landwirtschaftliche Betriebe direkt treffen. Internationale Konflikte, volatile Rohstoffmärkte und steigende Betriebskosten sorgen dafür, dass vielen Höfen Planungssicherheit fehlt.
Besonders kritisch sieht der Verband Entwicklungen auf den globalen Getreide- und Ölmärkten. Schwankende Preise und instabile Handelsbeziehungen erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf Familienbetriebe, die ohnehin mit geringen Erzeugerpreisen zu kämpfen haben.
Mercosur, USA und Versorgungssicherheit im Fokus
Ein zentrales Thema auf der Grünen Woche ist für den RLV das umstrittene Mercosur-Abkommen. Der Verband erkennt dessen wirtschaftliche Bedeutung an, warnt aber davor, europäische Betriebe durch unfaire Wettbewerbsbedingungen zu gefährden. Importierte Agrarprodukte dürften nicht zu Lasten heimischer Standards gehen.
Auch das aktuelle Vorgehen der US-Regierung bereitet dem Verband Sorgen. Die Auswirkungen geopolitischer Entscheidungen seien bis in die landwirtschaftlichen Betriebe spürbar. Der RLV fordert deshalb verlässliche internationale Partnerschaften, den Schutz kritischer Infrastruktur und eine stärkere Fokussierung auf Ernährungssicherheit – gerade in Krisenzeiten.