
Niederrhein: NGG fordert Mobilitätsgeld für Pendler
Pendeln kostet viele Menschen in Krefeld und im Kreis Viersen viel Geld. Die NGG fordert deshalb ein Mobilitätsgeld von 17 Cent pro Kilometer.
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NGG sieht hohe Belastung am Niederrhein
Viele Menschen in Krefeld und im Kreis Viersen fahren jeden Tag zur Arbeit über die Stadt- oder Kreisgrenze. Nach Angaben der NGG sind das in beiden Gebieten zusammen fast 200.000 Pendler. Im Kreis Viersen geht es um 101.400 Beschäftigte, in Krefeld um rund 95.500. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Aus Sicht der NGG ist der Arbeitsweg damit für viele Menschen am Niederrhein nicht nur eine Frage von Zeit und Organisation, sondern auch eine finanzielle Belastung.
Besonders betroffen seien laut Gewerkschaft Beschäftigte mit niedrigem Einkommen. Hohe Spritpreise und teure Bahnfahrten würden viele Haushalte zusätzlich belasten. Vor allem Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, müssten tief in die Tasche greifen. Auch für Pendler im Zug seien Fahrkarten oft teuer. Die NGG spricht deshalb von einer wachsenden Belastung für viele Berufstätige in der Region.
Zahlen für Krefeld und Kreis Viersen
Im Kreis Viersen wohnen laut NGG 60.540 Menschen, die außerhalb des Kreisgebiets arbeiten. Gleichzeitig pendeln 40.850 Beschäftigte für ihren Job in den Kreis ein. Für Krefeld nennt die Gewerkschaft 51.300 Einpendler und 44.240 Auspendler. Die Zahlen zeigen, wie eng Krefeld und der Kreis Viersen mit dem Umland verbunden sind. Viele Arbeitswege führen damit täglich über die jeweiligen Grenzen hinaus.
Die NGG Krefeld-Neuss sieht darin ein klares Signal. Längere Wege zur Arbeit seien für viele Beschäftigte ein fester Teil des Alltags. Gerade bei steigenden Lebenshaltungskosten spiele der Arbeitsweg für das Haushaltsbudget eine wichtige Rolle. Nach Einschätzung der Gewerkschaft müsse das stärker politisch und auch in den Betrieben berücksichtigt werden.
Forderung nach Mobilitätsgeld
Die NGG fordert ein Mobilitätsgeld von 17 Cent pro Kilometer. Das Geld soll nach Vorstellung der Gewerkschaft unabhängig vom Einkommen gezahlt oder direkt beim monatlichen Lohnsteuerabzug verrechnet werden. Außerdem sollten sich Unternehmen stärker an den Fahrtkosten beteiligen. Genannt werden dabei unter anderem Zuschüsse zum Deutschlandticket, Wegegeld oder günstige Lademöglichkeiten für E-Autos auf dem Firmengelände.
„Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte in Krefeld. Dabei reißen gerade auch die Fahrten zum Arbeitsplatz Löcher in die Haushaltskassen.“ - Ina Korte-Grimberg, Geschäftsführerin der NGG Krefeld-Neuss.
Auch die Ticketpreise im Bahnverkehr kritisiert die Gewerkschaft. Vor allem ohne Bahncard oder günstige Sparangebote könne Bahnfahren teuer werden. Nach Angaben der NGG könne es für Menschen mit Mindestlohn passieren, dass sie für eine Stunde Zugfahrt mehrere Stunden arbeiten müssten. Die Gewerkschaft will das Thema Mobilitätskosten deshalb künftig auch bei Tarifverhandlungen stärker ansprechen.