
Niederrhein: Maßnahmen gegen Eichenprozessionsspinner
Krefeld und der Kreis Viersen gehen beim Eichenprozessionsspinner unterschiedlich vor. Während Krefeld auf Absaugen setzt, sind in Viersen aktuell keine Einsätze geplant.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.04.2026 04:27
Krefeld verzichtet weiter auf Biozide
Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner bleibt Krefeld bei seinem bisherigen Kurs. Der Kommunalbetrieb Krefeld verzichtet auch in diesem Jahr auf eine prophylaktische Behandlung der Bäume mit Bioziden. Als Grund nennt der KBK die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Demnach wurden trotz des Einsatzes später erneut Raupen der zweiten und dritten Generation festgestellt. Eine einmalige Behandlung im Frühjahr erfasse diese späteren Generationen nicht.
Hinzu kommt laut KBK, dass ein wiederholter Einsatz der Mittel nicht zulässig ist. Die Vorgaben erlauben demnach nur eine Anwendung pro Jahr. Nach Angaben des Kommunalbetriebs reicht das aber nicht aus, um den Befall wirksam zu erfassen. Außerdem verweist der KBK darauf, dass Biozide auch andere Insekten schädigen können. Ein Schutz von Schmetterlingsraupen im unmittelbaren Einsatzbereich und in möglichen Abdriftzonen sei nicht sicherzustellen.
Krefeld setzt auf Absaugen und Nistkästen
Statt Chemie setzt Krefeld auf eine mechanische Bekämpfung und regelmäßige Kontrollen. Sobald ein Befall festgestellt wird oder Hinweise auf Nester eingehen, werden diese mit Industriestaubsaugern entfernt. Nach Angaben des KBK soll das noch vor dem dritten Larvenstadium passieren. So will die Stadt schnell reagieren, wenn an öffentlichen Flächen ein Befall entdeckt wird. Bislang sind in Krefeld nach Angaben des Kommunalbetriebs noch keine Meldungen eingegangen.
Zusätzlich wurden in Grünanlagen und auf Spielplätzen weitere Nistkästen aufgehängt. Sie sollen Singvögeln wie Meisen, Kleibern, Gartenrotschwänzen und Sperlingen Brutmöglichkeiten bieten. Der KBK setzt darauf, dass die Tiere bei der Fütterung ihrer Jungen auch Raupen des Eichenprozessionsspinners aufnehmen. Die Nisthilfen wurden nach Angaben des Kommunalbetriebs gezielt dort angebracht, wo es in der Vergangenheit häufiger Befall gegeben hatte. Meldungen zu möglichen Nestern können Bürgerinnen und Bürger in Krefeld über die App „Maak et“ in der Kategorie Grün abgeben.
Kreis Viersen plant aktuell keine neuen Einsätze
Im Kreis Viersen ist die Lage nach Angaben der Kreisverwaltung im Moment ruhiger. Dort sind aktuell keine neuen Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner geplant. Kreissprecher Daniel Schnock sagt, es sehe so aus, als seien die Maßnahmen aus den Vorjahren so erfolgreich gewesen, dass man in diesem Jahr vorerst nicht eingreifen müsse. Damit gibt es für den Kreis zunächst Entwarnung. Ob das so bleibt, müsse aber weiter beobachtet werden.
Im vergangenen Jahr war der Kreis Viersen noch deutlich aktiver gegen die Raupen vorgegangen. Damals wurden an Kreisstraßen sowie in mehreren Kommunen verschiedene Methoden eingesetzt. Dazu gehörten chemische beziehungsweise biologisch wirkende Präparate und das Absaugen der Raupen. Nach Angaben der Kreisverwaltung mussten damals rund 2300 Bäume behandelt werden. Wie lange die Wirkung der damaligen Maßnahmen anhält, ist laut Kreisverwaltung derzeit noch nicht sicher abzuschätzen.
Krefeld warnt vor Verwechslung mit Gespinstmotten
Der KBK weist außerdem darauf hin, dass Gespinste an Bäumen nicht automatisch auf den Eichenprozessionsspinner hindeuten. Häufig würden Gespinstmotten mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt. Ihre silbrig-grauen Netze sind ab Mai an verschiedenen Bäumen und Sträuchern zu sehen. Für Menschen sind diese Gespinste nach Angaben des KBK aber ungefährlich und müssen nicht entfernt werden.
Anders ist das beim Eichenprozessionsspinner. Dessen Raupenhaare können gesundheitliche Beschwerden auslösen. In den vorliegenden Informationen werden unter anderem Hautreizungen, Augenreizungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen genannt. Deshalb sollten betroffene Bäume gemieden und Funde an die zuständigen Stellen gemeldet werden. In Krefeld ist das über die App „Maak et“ möglich.