
Niederrhein: Keine großen Auswirkungen bei Kommunen
Eine PHP-Sicherheitslücke betrifft weltweit viele Webseiten. Schwalmtal und Willich haben reagiert, Brüggen und Kempen sind bislang nicht betroffen.
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Schwalmtal und Willich: So reagieren die Rathäuser
In Schwalmtal sind alle Anwendungen der Gemeinde an das kommunale Rechenzentrum angebunden, so wie alle Kommunen. Dieses hat nach Angaben der Gemeinde umgehend auf die Sicherheitsmeldung reagiert und die technische Grundlage der Homepage aktualisiert. Während der Aktualisierung war die Seite vorübergehend nicht erreichbar. Inzwischen kann die Homepage wieder wie gewohnt aufgerufen werden. Die Online-Terminreservierung für den Bürgerservice und den Asylbereich ist allerdings noch nicht verfügbar. (Stand: 09:36 Uhr)
In Willich arbeitet die IT-Mannschaft nach Angaben der Stadt an der Sicherheitslücke. Sie arbeitet dafür ebenfalls eng mit dem KRZN zusammen, dem Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein. Ziel ist es, die Lücke zu beheben und die Sicherheitsupdates einzuspielen. Außerdem werden die genutzten Systeme permanent darauf geprüft, ob sie betroffen sind. Bislang sind in Willich keine konkreten Auswirkungen bekannt, und die Stadt hat bisher keine Seiten vom Netz genommen.
Online-Termine in Viersen derzeit nicht möglich
In Viersen ist aktuell das Online-Terminvereinbarungssystem TEVIS offline. Das betrifft die Terminbuchungen bei der Ausländerbehörde, im Servicecenter und beim Sozialamt, heißt es von der Verwaltung.
Krefeld hat kurzzeitig reagiert
Nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke hat der IT-Dienstleister der Stadt vorsorglich am Mittwoch die Server heruntergefahren, heißt es. Zudem wurden Sicherheitsupdates aufgespielt. Kurzzeitig waren davon die Seite der Stadt Krefeld sowie das Ratsinformationssystem betroffen. Mittlerweile laufen laut Verwaltung aber wieder alle Online-Angebote ganz normal.
Brüggen und Kempen: Bislang keine Betroffenheit
Auch in Brüggen und Kempen hat Welle Niederrhein nachgefragt. Aus Brüggen heißt es, die Gemeinde sei bisher nicht betroffen. Auch Kempen meldet, nicht betroffen zu sein.
Einschränkungen an der Hochschule Niederrhein
Wegen notwendiger Wartungsarbeiten wurden der reguläre Webauftritt der Hochschule Niederrhein sowie weitere Webdienste vorübergehend vom Netz genommen, teilt die Hochschule auf Social Media mit. Davon betroffen ist unter anderem der externe Zugriff auf Moodle.
PHP-Sicherheitslücke: Zahlreiche Webseiten weltweit betroffen
Eine weltweite Sicherheitslücke im Internet sorgt weiterhin für Aufregung. Zahlreiche Internetseiten, auch in Deutschland, waren am Donnerstag noch betroffen. Ursache ist eine kritische Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP. Sie läuft im Hintergrund von Webseiten, und ein Großteil des Internets basiert darauf. Das reicht von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis zu Onlineshops und Systemen wie WordPress. Der Chef des IT-Unternehmens Cloudflare, Matthew Prince, sagte dem britischen Sender Sky News, es habe weltweit „Millionen“ Versuche von Hackern gegeben, die Schwachstelle auszunutzen.
BSI-Warnung: Behörden und Kliniken nehmen Webseiten vom Netz
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine offizielle Cybersicherheitswarnung herausgegeben. Es müssten rasch Sicherheitsupdates installiert werden, heißt es dort. Von den Schwachstellen gehe großes Bedrohungspotenzial aus. Daraufhin nahmen mehrere Bundesländer, Kommunen, Behörden, Universitäten und Krankenhäuser ihre Webseiten vorsorglich vorübergehend vom Netz. Ein Sicherheitsupdate ist eine Aktualisierung, die einen Fehler in einer Software schließt.
„Systeme, für die aktuell noch kein Sicherheitsupdate eingespielt werden konnte, dürfen unter keinen Umständen weiter am Netz bleiben“ - Christoph Fischer, IT-Sicherheitsexperte
Lage in Deutschland und NRW: Manche Seiten wieder online
Am Morgen waren manche Angebote wieder freigeschaltet, darunter viele Internetseiten in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch in Thüringen waren seit dem späten Mittwochabend viele Seiten wieder online. Dazu zählen die von Staatskanzlei, Landespolizei und Innenministerium. In Baden-Württemberg waren teils Hinweise auf Wartungsarbeiten zu lesen. Das Staatsministerium erklärte, die Maßnahme diene dem vorsorglichen Schutz der Infrastruktur, bis die Entwickler die nötigen Sicherheitsupdates bereitstellen. In Nordrhein-Westfalen waren am Morgen manche prominente Webseiten weiter nicht erreichbar. Mehrere Online-Services der NRW-Polizei waren dagegen nach Angaben des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste nach intensiven Arbeiten wieder am Netz.
Was Verbraucher wissen müssen
Für normale Internetnutzer bestand beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC zunächst kein direkter Handlungsbedarf. Die Sicherheitslücke befindet sich nicht auf den Endgeräten, sondern auf den Servern im Hintergrund. Server sind die Computer, auf denen Webseiten gespeichert sind. Dennoch können Verbraucher indirekt betroffen sein. Das gilt etwa bei Ausfällen wichtiger Onlinedienste oder möglichen Datenabflüssen auf Webseiten, die nicht rechtzeitig geschützt wurden.