
Neuer Standort für Wertstoffhof in Viersen?
Der Wertstoffhof in Viersen könnte an einen neuen Standort ziehen. Der Kreis berät am Dienstag (23. Juni) über die weitere Planung für Verlagerung und Neubau.
Veröffentlicht:
Wertstoffhof in Viersen ist sanierungsbedürftig
Der Wertstoffhof in Viersen könnte innerhalb des Deponiegeländes an einen neuen Standort verlegt werden. Darüber berät am Dienstag (23. Juni), der Betriebsausschuss des Kreises Viersen. Nach der Beschlussvorlage soll die Betriebsleitung beauftragt werden, die Planung für die Verlagerung und einen Neubau weiterzuführen. Außerdem sollen die nötigen bau- und planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Hintergrund ist der Zustand der bestehenden Anlage, die vor rund 35 Jahren auf dem Gelände der Deponie Viersen II in Betrieb genommen wurde.
Die Anlage gilt nach Angaben des Kreises inzwischen als stark sanierungsbedürftig. Betroffen sind demnach vor allem die Verkehrsflächen, die Infrastruktur und die betrieblichen Abläufe. Sie entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen an einen modernen und leistungsfähigen Wertstoffhof. Dazu kommt, dass laut Kreis verschiedene bauliche Maßnahmen nötig werden, um absehbare Genehmigungsauflagen der Bezirksregierung zu erfüllen. Eine Umsetzung dieser Anforderungen am bisherigen Standort wird in der Vorlage wirtschaftlich kritisch bewertet.
Neuer Standort am Eingang des Deponiegeländes
Als neuer Standort ist nach den Unterlagen eine Fläche im Eingangsbereich des Deponiegeländes vorgesehen. Diese Fläche kann angefahren werden, ohne die LKW-Waage zu passieren, und steht im Eigentum des Kreises Viersen. Nach Einschätzung der Betriebsleitung hätte eine Verlagerung mehrere Vorteile. Genannt werden eine eigenständige Zufahrt für Nutzerinnen und Nutzer des Wertstoffhofs sowie mehr Platz für die Abwicklung vor Ort.
Nach Angaben des Kreises würde die größere Fläche auch eine bessere Verkehrsführung ermöglichen. Zudem seien dort Reserveflächen vorhanden, falls der Betrieb künftig angepasst werden muss. Am bisherigen Standort sei das nicht möglich, weil die Fläche dort nicht erweitert werden könne. Der Wertstoffhof trägt laut Vorlage deshalb seit Jahren die offizielle Bezeichnung Kleinanlieferstelle. Das beschreibt eine Annahmestelle mit begrenzten Möglichkeiten bei Fläche und Abwicklung.
Sanierung würde rund 2,6 Millionen Euro kosten
Für eine Sanierung des bestehenden Wertstoffhofs rechnet der Kreis nach einer ersten Schätzung mit Kosten von rund 2,6 Millionen Euro. Gleichzeitig geht die Betriebsleitung davon aus, dass ein Neubau je nach Ausgestaltung zwar teurer werden könnte. Trotzdem überwiegen aus Sicht der Betriebsleitung die Vorteile einer Verlagerung und Neuerrichtung. Vor allem die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten am bisherigen Standort spielen dabei eine Rolle.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der laufende Betrieb. Eine Sanierung am jetzigen Standort würde laut Vorlage voraussichtlich eine Bauzeit von etwa neun bis zwölf Monaten bedeuten. In dieser Zeit wäre der Wertstoffhof außer Betrieb. Ein Neubau an anderer Stelle könnte dagegen parallel zum bisherigen Betrieb entstehen. Damit bliebe die Nutzung für Bürgerinnen und Bürger weiter möglich.
Stadt Viersen sieht Vorhaben grundsätzlich positiv
Zur Vorbereitung der Entscheidung hat die Betriebsleitung nach eigenen Angaben bereits eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Auf dieser Grundlage sei auch ein erster Abstimmungsprozess mit der Stadt Viersen zu den planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen gestartet worden. Laut Vorlage steht die Stadt Viersen dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber. Eine endgültige Entscheidung über die tatsächliche Umsetzung fällt damit aber noch nicht.
Für die konkrete Realisierung soll dem Betriebsausschuss später noch ein gesonderter Baubeschluss vorgelegt werden. Dann sollen auch die Planung und die Kosten zur Entscheidung auf den Tisch kommen. Jetzt geht es zunächst darum, die weiteren Schritte für die Verlagerung und den möglichen Neubau vorzubereiten.