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Bundestag, Reichstagsgebäude
© José Narciandi
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Neue Regeln für E-Roller: Anbieter haften künftig stärker

Nach Unfällen mit E-Scootern sollen Betroffene künftig leichter Schadenersatz bekommen können. Der Bundestag hat neue Haftungsregeln beschlossen: Nicht mehr nur die Fahrer, sondern auch die Anbieter der Mietroller sollen stärker in die Verantwortung genommen werden.

Veröffentlicht: Freitag, 10.07.2026 08:23

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Wenn der Fahrer weg ist, sollen Opfer nicht leer ausgehen

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Bisher war die Rechtslage für viele Unfallopfer schwierig: Wer durch einen E-Roller verletzt wurde oder einen Schaden hatte, musste sich vor allem an den Fahrer halten. War dieser nach einem Unfall nicht auffindbar, war es oft kaum möglich, Schadenersatz durchzusetzen.

Genau das soll sich jetzt ändern. Künftig können Geschädigte ihre Ansprüche auch gegen die Unternehmen richten, denen die E-Roller gehören und die sie vermieten. Der Grund: Die Anbieter verdienen mit den Fahrzeugen Geld und sollen deshalb auch für die Risiken ihres Geschäfts mitverantwortlich sein.

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Vermieter sollen für Schäden ihrer Roller einstehen

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Mit der neuen Regelung wird eine sogenannte Halterhaftung eingeführt. Das bedeutet: Die Betreiber der E-Roller-Flotten müssen grundsätzlich für Schäden einstehen, die durch ihre Fahrzeuge entstehen – ähnlich wie Halter von Autos.

Damit sollen Unfallopfer nicht mehr vor der schwierigen Aufgabe stehen, erst den Fahrer ausfindig machen und ihm ein Fehlverhalten nachweisen zu müssen. Gerade bei Mietrollern ist das oft kompliziert, weil Fahrer und Besitzer des Fahrzeugs unterschiedliche Personen sind.

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Auch Fahrer bekommen strengere Regeln

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Nicht nur die Anbieter, auch die Fahrer von E-Rollern müssen sich auf verschärfte Regeln einstellen. Künftig soll für sie eine sogenannte Haftung bei vermutetem Verschulden gelten. Vereinfacht gesagt: Sie müssen nachweisen können, dass sie keinen Fehler gemacht haben, wenn sie für einen Unfall verantwortlich gemacht werden.

Damit sollen für E-Roller im Straßenverkehr ähnliche Haftungsregeln gelten wie für andere Fahrzeuge, etwa Autos.

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Immer mehr Unfälle mit E-Scootern

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Hintergrund der neuen Regeln sind auch die steigenden Unfallzahlen. Seit der Einführung der E-Scooter-Regeln im Jahr 2019 hat die Nutzung der Fahrzeuge deutlich zugenommen - ebenso die Zahl der Unfälle. Nach Angaben der Bundesregierung stieg die Zahl der Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen von rund 5.900 im Jahr 2020 auf mehr als 12.500 im Jahr 2024.

Auch die Zahl der Schadensfälle wächst: Während Versicherungen im Jahr 2020 noch rund 1.150 Schäden durch E-Scooter-Unfälle regulierten, waren es 2023 bereits etwa 5.000. Mit der neuen Haftung will der Gesetzgeber deshalb vor allem eines erreichen: Menschen, die durch E-Roller zu Schaden kommen, sollen ihre Ansprüche einfacher durchsetzen können.

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Autor: José Narciandi

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