
Nach Unfällen: Rheinbahn prüft Sicherheit neu
Die Rheinbahn verschärft nach mehreren Unfällen ihre Sicherheitsmaßnahmen. Auch Fahrgäste der U76 in Krefeld müssen sich auf Änderungen einstellen.
Veröffentlicht: Dienstag, 02.06.2026 08:30
Mehr Sicherheit bei der U76 in Krefeld
Nach mehreren Entgleisungen und Unfällen verschärft die Rheinbahn ihre Sicherheitsmaßnahmen. Das betrifft auch die U76, die zwischen Krefeld und Düsseldorf unterwegs ist. Nach Angaben des Unternehmens soll es künftig zusätzliche Kontrollen an Weichen, neue Meldewege bei technischen Störungen und intensivere Schulungen für Fahrerinnen und Fahrer geben. Ziel ist es, die Betriebssicherheit zu erhöhen und Risiken früher zu erkennen. Die Rheinbahn verweist darauf, dass Sicherheit aktuell Vorrang hat.
Rheinbahn setzt auf Kontrollen und Schulungen
Zu den kurzfristigen Maßnahmen gehört nach Unternehmensangaben ein Begegnungsverbot an bestimmten Weichen, die als besonders sensibel gelten. Dort soll es zusätzlich Vor-Ort-Kontrollen geben. Außerdem will die Rheinbahn neue Abläufe einführen, wenn Weichensteuerungen oder Weichensignale ausfallen. Auch die Schulungen für das Fahrpersonal werden verstärkt. Neue Fahrerinnen und Fahrer sollen im ersten Einsatzjahr enger begleitet werden.
„Die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeitenden hat höchste Priorität.“ - Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn.
Externe Fachleute prüfen das Sicherheitssystem
Parallel zu den Sofortmaßnahmen lässt die Rheinbahn ihr gesamtes Sicherheitssystem von unabhängigen Fachleuten überprüfen. Geplant sind laut Unternehmen drei externe Untersuchungen. Dabei geht es um die Betriebs- und Sicherheitsorganisation, um technische Sicherungssysteme und um den Bereich „Human Factors“, also das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Arbeitsbelastung. Die Rheinbahn will damit mögliche Schwachstellen im System erkennen. Untersucht werden sollen auch Muster und Zusammenhänge bei den Entgleisungen und Unfällen seit November 2025.
Fahrgäste müssen mit Folgen im Betrieb rechnen
Für Fahrgäste kann das Auswirkungen auf Betriebsabläufe und Pünktlichkeit haben. Die Rheinbahn weist selbst darauf hin, dass einzelne Maßnahmen den Betrieb punktuell verlangsamen können. Hintergrund sind mehrere teils schwere Unfälle in den vergangenen Monaten. Erst Ende Mai waren in Düsseldorf zwei Straßenbahnen ineinander gefahren. Das Unternehmen hat deshalb zusätzlich eine Taskforce eingerichtet, die alle Maßnahmen steuern und ihre Wirkung überprüfen soll.
„In der aktuellen Situation gilt ein klarer Grundsatz: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit!“ - Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn.