
Landkreistag warnt vor steigenden Jugendhilfe-Kosten
Immer mehr Jugendliche brauchen Hilfe wegen seelischer Probleme. Die Kosten für Kommunen in NRW sind stark gestiegen – auch im Kreis Viersen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 28.01.2026 10:01
Immer mehr Jugendliche brauchen wegen seelischer Probleme Hilfe – und das bringt die Kommunen in NRW zunehmend an ihre Grenzen. Davor warnt der Landkreistag Nordrhein-Westfalen. Die Kosten seien in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen – von 255 auf 654 Millionen Euro. Betroffen ist auch der Kreis Viersen.
Zahl der Hilfsfälle hat sich verdoppelt
NRW-weit erhielten im vergangenen Jahr rund 44.000 junge Menschen Unterstützung wegen seelischer Belastungen. Das sind doppelt so viele wie vor zehn Jahren, so der Landkreistag. Der steigende Bedarf führe zu immer höheren Ausgaben in der Jugendhilfe.
Landkreistag fordert mehr Geld von Land und Bund
Angesichts dieser Entwicklung fordert der Landkreistag mehr finanzielle Unterstützung von Land und Bund. Außerdem müssten die Ursachen für die wachsende Zahl betroffener Jugendlicher stärker in den Blick genommen werden, um rechtzeitig gegenzusteuern.
Gemeinsame Hilfen sollen Kosten senken
Ein weiterer Vorschlag: mehr gemeinsame Hilfsangebote, sogenannte Pool-Lösungen. Statt für jeden einzelnen Jugendlichen eine individuelle Maßnahme zu finanzieren, könnten Angebote für mehrere Betroffene gleichzeitig organisiert werden. So ließen sich Kosten begrenzen, ohne die Qualität der Hilfe zu gefährden. Die Belastung der Kommunen dürfe nicht weiter steigen, betont der Landkreistag.