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KV Nordrhein kritisiert Kürzung für Psychotherapeuten
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KV Nordrhein kritisiert Kürzung für Psychotherapeuten

Psychotherapeuten sollen ab April 4,5 Prozent weniger Vergütung bekommen. Die KV Nordrhein warnt, dass die Kürzung die psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung verschlechtern könnte.

Veröffentlicht: Freitag, 20.03.2026 12:46

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Psychotherapeuten sollen ab dem 1. April weniger Geld für ihre Arbeit bekommen. Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat beschlossen, die Vergütung für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu senken. Dagegen gibt es deutliche Kritik von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Sie spricht von einem falschen Signal in einer Zeit, in der viele Menschen psychisch belastet sind. Nach Angaben der KV Nordrhein könnte die Entscheidung Folgen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten haben. Betroffen sei aus ihrer Sicht nicht nur die psychotherapeutische, sondern auch die psychiatrische Betreuung.

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KV Nordrhein warnt vor Folgen für Patienten

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Die KV Nordrhein befürchtet, dass es für Menschen mit psychischen Erkrankungen schwieriger werden könnte, passende Hilfe zu bekommen. Hintergrund ist aus Sicht der Vereinigung, dass viele Praxen gleichzeitig mit steigenden Kosten zu kämpfen haben. Genannt werden unter anderem Ausgaben für Miete, Personal und Energie. Wenn die Vergütung sinkt, könne das die wirtschaftliche Lage vieler Praxen zusätzlich belasten. Die KV sieht dadurch Risiken für die Planungssicherheit und für die langfristige Arbeit in der ambulanten Versorgung. Aus ihrer Sicht kann sich das am Ende auch auf Patientinnen und Patienten auswirken.

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Kritik an Beschluss des Bewertungsausschusses

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Der Beschluss wurde nach Angaben der KV Nordrhein gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gefasst. Der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, bezeichnet die Entscheidung als „provokantes Signal“ für Psychotherapeuten und die gesamte Vertragsärzteschaft. Er verweist darauf, dass in Nordrhein in den vergangenen Jahren verschiedene Schritte unternommen worden seien, um die Situation psychisch erkrankter Menschen zu verbessern. Dazu zählt die KV zusätzliche Zulassungen für Psychotherapeuten gemeinsam mit dem NRW-Gesundheitsministerium. Außerdem nennt sie ein Präventionsangebot für psychisch belastete Jugendliche nach der Pandemie.

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Sorge um Versorgung psychisch erkrankter Menschen

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Nach Einschätzung der KV Nordrhein könnte eine spätere oder ausbleibende Behandlung psychischer Erkrankungen weitreichende Folgen haben. Genannt werden längere Ausfallzeiten, soziale Krisen und ein höherer Bedarf an staatlicher Unterstützung. Die KV kritisiert außerdem, dass nach ihrer Darstellung der Rechenweg und das Modell für die Vergütung eigentlich grundsätzlich neu aufgestellt werden müssten - die jetzt beschlossene Kürzung sei deshalb nicht nachvollziehbar. Die Entscheidung treffe einen Bereich, in dem der Bedarf aus Sicht der KV seit Jahren steigt. Wie sich der Beschluss konkret auf Praxen und Wartezeiten auswirken wird, bleibt zunächst offen.

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