
Kulturausschuss Krefeld berät über Schluff-Zukunft
Der Krefelder Kulturausschuss berät heute über drei Anträge zum Erhalt des Schluffs. Die Stadtwerke wollen die historische Dampfbahn aus Kostengründen stilllegen.
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Krefeld: Kulturausschuss berät über den Schluff
Am Dienstag (3. November) tagt der Ausschuss für Kultur, Denkmal und Städtepartnerschaften der Stadt Krefeld. Auf der Tagesordnung steht unter dem Punkt 15.5 die Zukunft der historischen Dampfbahn „Schluff". Dazu liegen drei Anträge von Fraktionen und Ratsgruppen vor. Zusätzlich wurde ein Mitarbeiter der SWK Mobil zur Beratung der Sitzung eingeladen. Der Grund dafür steht in den Sitzungsunterlagen: Der Schluff und seine Gleisanlagen befinden sich nicht im Eigentum der Stadt Krefeld. Fragen zum weiteren Vorgehen kann nach Angaben der Verwaltung deshalb nur die SWK Mobil beantworten. Der Ausschuss berät die Anträge vorberatend, die abschließende Entscheidung liegt beim Rat.
Was CDU und SPD in Krefeld fordern
CDU und SPD haben einen gemeinsamen Antrag vom 3. Juni 2026 eingebracht. Danach soll die Verwaltung den Kulturausschuss in dessen nächster Sitzung unter Beteiligung der SWK Mobil über die aktuellen Planungen für den Schluff unterrichten. Außerdem soll geprüft werden, ob Dritte einen Fortbestand des Angebots ermöglichen können. Dazu nennt der Antrag mehrere Fragen, die beantwortet werden sollen. Geklärt werden soll, wie hoch die Kosten für den Betrieb heute und ab 2027 sind und welche Voraussetzungen die SWK für einen Weiterbetrieb erfüllen müsste. Auch alternative Finanzierungen durch Dritte stehen auf der Liste. Zudem soll die Verwaltung erklären, was bei einer Stilllegung mit den Gleisen geschieht und welche Pläne es für die Bahngelände am Hülser Berg, am Bahnhof Hüls und am Nordbahnhof gibt.
AfD will Rettungs- und Finanzierungskonzept
Die AfD-Fraktion fordert ein Rettungs- und Fortführungskonzept, das der Rat noch in diesem Jahr beraten soll. In ihrem Antrag schreibt die Fraktion, die Vereine Freunde der Eisenbahn Krefeld e. V. und „Schluff und historische Verkehrsmittel Krefeld e. V." sollen frühzeitig einbezogen werden. Geprüft werden sollen verschiedene Träger- und Betriebsmodelle, darunter ein städtisch unterstütztes Betreibermodell, eine Kooperation mit Vereinen und Dritten sowie die Einbindung einer Stiftung oder eines Fördervereins. Für die Finanzierung nennt der Antrag Fördermittel, Spendenmodelle, einen Bürgerfonds, touristische Fördermöglichkeiten und Kooperationen mit privaten Partnern. Zur Gegenfinanzierung städtischer Mittel soll die Verwaltung freiwillige Ausgaben und geplante Ausgabensteigerungen prüfen. Konkret genannt wird die geplante Erhöhung des Theaterzuschusses von rund 15,2 Millionen Euro im Jahr 2024 auf über 21 Millionen Euro jährlich ab 2027. Nach Angaben der SWK, die der Antrag zitiert, liegen die laufenden Kosten des Schluffs bei rund einer Million Euro jährlich.
LUKS: Radweg oder Draisinen als Alternative
Die Ratsgruppe LUKS hat ihren Antrag am 7. Mai 2026 eingebracht, beraten wurde er im Planungsausschuss am 27. Mai. Sie schlägt vor, dass die Verwaltung Gespräche mit dem Eigentümer des Schluffs und dem Eigentümer der Schienen aufnimmt. Dabei soll geprüft werden, ob ein anderes Unternehmen den Betrieb fortführen würde, falls die Stadtwerke das ausschließen. Findet sich kein Betreiber, soll die Verwaltung eine Vorlage erarbeiten, wie und wo der Schluff als historische Bahn weiterhin besichtigt werden kann. Für den Fall einer endgültigen Betriebseinstellung will LUKS prüfen lassen, ob die Strecke als Radweg umgebaut werden kann. Zusätzlich soll ein Konzept für eine Zwischennutzung der Schienen mit Gruppendraisinen vorgelegt werden. Die Ratsgruppe verweist in ihrer Begründung darauf, dass die Kommunalpolitik keine Weisungsbefugnis über die Stadtwerke habe.
Rettet den Schluff: Initiative ruft zur Sitzung
Auch die Initiative „Rettet den Schluff" will bei der Sitzung mitsprechen. Sie hat dazu aufgerufen, zahlreich zur Ausschusssitzung zu kommen. Die Aktivisten haben nach eigenen Angaben ein eigenes Konzept erarbeitet, um den Schluff zu retten. Fest steht, dass die Politik keine unmittelbaren operativen Weisungen an die Geschäftsführung der SWK oder der SWK Mobil erteilen kann.
Warum die Stadtwerke den Schluff stilllegen wollen
Die Stadtwerke wollen die Traditionsbahn aus Kostengründen Ende des Jahres stilllegen. Nach den Nikolausfahrten im Dezember soll der Betrieb enden. Der AfD-Antrag nennt als Begründung der SWK vor allem die Kosten für die künftige Instandhaltung der Fahrzeuge und der Schieneninfrastruktur. Nach Darstellung des Antrags ist bislang aber nicht abschließend geklärt, welche Kosten tatsächlich unmittelbar dem Museumsbahnbetrieb zuzurechnen sind. Unklar sei auch, welche Kosten unabhängig davon ohnehin entstehen würden und welche Möglichkeiten zur Finanzierung oder Kostensenkung bestehen. Der Antrag hält außerdem fest, dass die Entscheidung zum Weiterbetrieb bei der SWK Mobil liegt. Diese muss nach seinen Worten neben den Belangen des Denkmalschutzes auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen abwägen.