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Krefeld setzt auf Ponzelar-Ampel in der Innenstadt
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Krefeld setzt auf Ponzelar-Ampel in der Innenstadt

Krefeld hat seine erste Meister-Ponzelar-Ampel in Betrieb genommen. Die kultige Figur ersetzt das Ampelmännchen und soll Identität, Geschichte und Stadtkultur stärken.

Veröffentlicht: Donnerstag, 06.11.2025 12:34

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Am Ostwall/Südwall zeigt die erste neue Fußgängerampel statt des klassischen Symbols den Seidenweber Meister Ponzelar. Bis Mitte November folgen neun weitere Kreuzungen. Idee und Umsetzung stammen von KR.6.fuffzig in Zusammenarbeit mit dem Kommunalbetrieb Krefeld (KBK).

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Symbol für Geschichte und Zusammenhalt

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Die Silhouette zeigt Ponzelar mit Frack, Tuchrolle und Kappe – in Sichtweite des Denkmals. Die Stadt versteht das Motiv als identitätsstiftendes Symbol, das Tradition sichtbar macht und Passanten schmunzeln lässt. Rund 25.000 Euro flossen in Design, Herstellung und Austausch.

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So entstand die Idee

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Über 90 Künstlerinnen und Künstler unterstützten den Vorschlag. Der Haupt- und Beschwerdeausschuss gab Ende 2024 grünes Licht. Designer Chris Hillus gestaltete die Figur – zwischen historischer Genauigkeit und technischer Funktion. Vergleichbare Motivampeln gibt es unter anderem in Duisburg, Hameln und Emden.

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Designer Chris Hillus
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Zum Hintergrund

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Meister Ponzelar wurde durch die Redakteure der Krefelder Bürgerzeitung erdacht, in dessen Ausgaben er um 1900 regelmäßig über das Stadtgeschehen plauderte. Die fiktive Figur erinnert an die Tradition der Krefelder Seidenweber. Die Weber arbeiteten zuhause, das Kontor stellte ihnen Material und Webstuhl. War ein Werkstück fertiggestellt, wurde es ausgeliefert „met dä Lieverboom op de Scholder on dä Bobingesack en de Hank". So zeigte bereits ein erstes, 1911 von Johannes Stiegemann entworfenes Denkmal Meister Ponzelar mit seiner „Jraaduutkapp“ auf dem Kopf und dem Beutel mit den Garnspulen in der Hand an der Einmündung der Lindenstraße in die Hochstraße. Das Bronzestandbild wurde 1940 zur Herstellung von Kriegsgeräten eingeschmolzen, konnte jedoch 1947 erneut gegossen werden, da die Gussform den Krieg überdauert hatte. Das wiedererstandene Denkmal erhielt an der Kreuzung Ostwall/Südwall einen neuen Standplatz. (Quelle: KBK)

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