
Krefeld: Mehr Hilfeersuchen nach sexualisierter Gewalt
In Krefeld suchen mehr Menschen Hilfe wegen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Die städtische Fachberatungsstelle hat im vergangenen Jahr 221 neue Hilfeersuchen registriert.
Veröffentlicht: Freitag, 20.03.2026 10:43
Krefeld: Mehr neue Hilfeersuchen
In Krefeld ist die Zahl der neuen Hilfeersuchen wegen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gestiegen. Nach Angaben der Stadt gab es im vergangenen Jahr 221 neue Anfragen bei der städtischen Fachberatungsstelle. Damit suchen mehr Betroffene und Angehörige Unterstützung als zuvor. Die Fachberatungsstelle ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die nach einer Tat oder schon bei einem Verdacht Hilfe brauchen. Auch Angehörige können sich dort beraten lassen.
Die Stadt weist gleichzeitig darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Fälle vermutlich höher liegt. Bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Das bedeutet, dass viele Fälle nicht bekannt werden oder nicht gemeldet werden. Deshalb zeigen die aktuellen Zahlen vermutlich nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes.
Unterstützung in Krefeld für Betroffene und Familien
Insgesamt hat das Team der Fachberatungsstelle im vergangenen Jahr 337 Betroffene und Angehörige beraten und begleitet. Die Fachkräfte helfen zum Beispiel nach Taten oder bei Verdachtsfällen. Sie begleiten Betroffene und Familien auch durch Ermittlungsverfahren. Dazu kommen Präventionsangebote, also Angebote, die helfen sollen, Gewalt früh zu erkennen und zu verhindern. Die Unterstützung richtet sich damit nicht nur an direkt Betroffene, sondern auch an das persönliche Umfeld.
Nach Angaben der Stadt ist die Beratung kostenlos, freiwillig und auf Wunsch anonym. Die Stadt macht damit deutlich, dass Hilfe ohne finanzielle Hürden und ohne Verpflichtung in Anspruch genommen werden kann. Hier geht es zu den Hilfsangeboten der Stadt.
WHO: Taten oft im sozialen Umfeld
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO findet sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche meistens im sozialen Umfeld und in der Familie statt. Auch deshalb ist das Thema für Beratungsstellen besonders herausfordernd. Betroffene sind häufig nicht mit fremden Tätern konfrontiert, sondern mit Personen aus dem nahen Umfeld.
Die Zahlen aus Krefeld zeigen, dass der Bedarf an Unterstützung da ist. Gleichzeitig macht die hohe Dunkelziffer deutlich, dass viele Fälle im Verborgenen bleiben könnten. Die Fachberatungsstelle übernimmt deshalb nicht nur akute Hilfe, sondern auch Präventionsarbeit. Ziel ist es, Betroffene und Angehörige früh zu erreichen und Zugänge zu Beratung und Begleitung offen zu halten.