
Kempen: Hospital richtet Gynäkologie neu aus
Das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen richtet seine Gynäkologie neu aus. Der Schwerpunkt liegt auf schonenden Operationen, die oft ambulant möglich sind.
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Neue Gynäkologie in Kempen: Schonende Operationen im Fokus
Das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen stellt seine Gynäkologie neu auf. Künftig liegt der Schwerpunkt auf schonenden Operationen. Viele Eingriffe, für die früher ein längerer Krankenhausaufenthalt nötig war, sind laut Krankenhaus heute ambulant oder mit kurzem Aufenthalt möglich. Ambulant heißt, dass die Patientinnen am selben Tag wieder nach Hause gehen. Das Angebot richtet sich auf geplante Eingriffe bei gutartigen gynäkologischen Erkrankungen aus. Dazu zählen Spiegelungen im Bauchraum und in der Gebärmutter. Auch Gebärmutterentfernungen gehören dazu, wenn sie medizinisch sinnvoll oder notwendig sind, außerdem kleinere Eingriffe.
„Viele gynäkologische Operationen, die früher einen längeren Krankenhausaufenthalt erforderten, können heute ambulant oder mit einem kurzen stationären Aufenthalt durchgeführt werden.“ - Sonja Kukuk, Chefärztin Beckenbodenzentrum und Gynäkologie am Hospital zum Heiligen Geist
Neue Leitung: Chefärztin Sonja Kukuk übernimmt die operative Gynäkologie
Neu ist auch die Leitung. Dr. Sonja Kukuk übernimmt die operative Gynäkologie am Hospital zum Heiligen Geist. Sie leitet bereits seit Mai 2024 als Chefärztin das Interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des Hospitals. Interdisziplinär heißt, dass verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten. Kukuk ist nach Angaben des Krankenhauses Fachärztin für Gynäkologie und für Urologie. Damit vereint sie das Wissen zweier eng verbundener Fachrichtungen. Urologie ist die Medizin rund um Harnwege und Blase.
Beckenbodenzentrum Kempen: Gynäkologie und Urologie arbeiten zusammen
Im Beckenbodenzentrum arbeiten Fachärztinnen und Fachärzte aus Gynäkologie und Urologie nach Angaben des Hospitals in einer Abteilung zusammen. Das gilt etwa bei Inkontinenz und Senkungsbeschwerden. Inkontinenz bedeutet, dass Urin oder Stuhl nicht sicher gehalten werden können. Zusätzlich besteht ein enger Austausch mit der Proktologie. Sie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Enddarms. Teilweise führen die Teams auch gemeinsame Operationen durch. Behandelt werden auch Blasenentleerungsstörungen, wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Stuhlinkontinenz und Probleme bei der Darmentleerung.
„Bei uns arbeiten Fachärztinnen und Fachärzte aus Gynäkologie und Urologie unmittelbar in einer Abteilung zusammen.“ - Sonja Kukuk, Chefärztin Beckenbodenzentrum und Gynäkologie am Hospital zum Heiligen Geist
Behandlung bei Beckenbodenbeschwerden: Nicht immer ist eine Operation nötig
Nach Angaben des Hospitals muss nicht jede Senkung operiert werden. Zuerst werden die genauen Ursachen der Beschwerden untersucht. Dafür gibt es unter anderem die Urodynamik, die die Funktion der Blase überprüft. Außerdem gibt es eine spezielle Ultraschalluntersuchung des Beckenbodens. Je nach Ursache kommen Behandlungen ohne Operation infrage, zum Beispiel die Pessartherapie. Dabei wird eine spezielle Stützhilfe eingesetzt, die gesenkte Organe unterstützt. Bringt das nicht den gewünschten Erfolg, kann eine Operation sinnvoll sein. Die Therapie wird gemeinsam mit den Betroffenen entschieden, auch mit Blick auf ihre persönlichen Wünsche und ihre Lebenssituation.
„Viele nehmen diese Einschränkungen über Jahre hin, weil sie sich schämen oder glauben, dass solche Beschwerden mit zunehmendem Alter unvermeidbar seien.“ - Sonja Kukuk, Chefärztin Beckenbodenzentrum und Gynäkologie am Hospital zum Heiligen Geist
Termine und Zusammenarbeit mit Ärzten in der Region
Das Hospital versteht sich als spezialisierte Ergänzung zur ambulanten Versorgung. Erste Ansprechpartner sind für viele Betroffene die niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte, Urologinnen und Urologen sowie Hausärztinnen und Hausärzte. Wird eine weiterführende Untersuchung oder ein Eingriff nötig, ergänzt das Hospital die Versorgung. Termine können Patientinnen und Patienten über Doctolib vereinbaren. Außerdem geht das über das Zentrale Patientenmanagement unter 02152 142-1420 oder per E-Mail an zpm-kem@artemed.de.