
Kempen berät über Zukunft der Innenstadt
Die Innenstadt in Kempen bleibt ein wichtiger Standortfaktor, steht aber weiter unter Druck. Das wurde jetzt bei einem Austausch deutlich.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.04.2026 12:30
Austausch zur Innenstadt in Kempen
Im ehemaligen Kolpinghaus, dem heutigen KempInn, haben Politik, Wirtschaft und Handel über die aktuelle Lage der Kempener Innenstadt gesprochen. Eingeladen hatten die IHK Mittlerer Niederrhein, der Handelsverband NRW Krefeld-Kempen-Viersen und der Werbering Kempen. Das Treffen stand unter dem Motto „Innenstadt Kempen - Fünf vor zwölf?“. Nach Angaben der Veranstalter sollte der Abend der Einstieg in einen regelmäßigen und strukturierten Dialog über die Zukunft der Innenstadt sein. Ziel war es, die aktuelle Lage zu beleuchten, Herausforderungen sichtbar zu machen und erste Ansätze für weiteres gemeinsames Handeln zu finden.
Handel in Kempen unter Druck
Bei einem sogenannten Realitätscheck machte die IHK deutlich, dass die Kempener Innenstadt weiterhin ein Standortvorteil ist. Gleichzeitig steht aber auch in Kempen der Einzelhandel unter strukturellem Druck. Genannt wurden reale Umsatzverluste, rückläufige Geschäftsflächen und ein verändertes Kaufverhalten. Nach Einschätzung der IHK bleiben ein guter Branchenmix, eine hohe Erlebnisqualität und eine gute Erreichbarkeit wichtige Faktoren für die Zukunft der Innenstadt. Auch Verwaltung und Bürokratieabbau wurden als Entwicklungsfelder genannt.
Leerstände, Parken und Aufenthaltsqualität
Im weiteren Verlauf schilderten Händler, Gastronomen, Unternehmer und auch eine junge Kundin ihre persönlichen Erfahrungen. Dabei ging es unter anderem um sichtbare Leerstände in der Innenstadt, wirtschaftliche Belastungen im stationären Handel und die Frage, wie sich die Aufenthaltsqualität steigern lässt. Diskutiert wurden außerdem Barrierefreiheit, Angebote für ältere Menschen und die mögliche stärkere Nutzung der Burg. Auch die Parksituation war Thema. Als gemeinsames Anliegen nannten die Beteiligten mehr Aufenthaltsqualität, eine besser abgestimmte Mobilitäts- und Parkraumplanung, stärkere Unterstützung des bestehenden Einzelhandels und eine engere Einbindung der Innenstadtakteure in Entscheidungen.
„Der Status Quo in Kempen nicht bewahrt, sondern aktiv verbessert werden muss“ - Michael Scharfenberg, Vorstandsmitglied Handelsverband NRW Krefeld-Kempen-Viersen.
Politik und Verwaltung wollen Vorschläge machen
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung verwiesen auf bestehende Initiativen in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Mobilität, Infrastruktur und Veranstaltungen. Gleichzeitig betonten sie die Bedeutung des Austauschs mit den Akteuren aus der Innenstadt. Alle Parteien sicherten nach Angaben der Veranstalter ihre Bereitschaft zur Mitarbeit zu. Bürgermeister Christoph Dellmans sagte zu, die Impulse der Veranstaltung zu bündeln. Konkrete Vorschläge zum weiteren Vorgehen sollen dem Werbering nach den Osterferien mitgeteilt werden.