
Industrieumsätze: Krefeld im Minus, Kreis Viersen im Plus
Die Industrie am Niederrhein zeigt ein gespaltenes Bild: Während Krefeld deutliche Umsatzverluste meldet, verzeichnet der Kreis Viersen ein leichtes Plus.
Veröffentlicht: Mittwoch, 18.03.2026 11:05
Die Industriebetriebe in unserer Region blicken auf ein schwieriges Jahresende 2025 zurück. Laut einer aktuellen Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein sanken die Umsätze in Krefeld im vierten Quartal um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Anders sieht es im Kreis Viersen aus, wo die Betriebe ein Umsatzplus von 6 Prozent verzeichnen konnten. Dieser Unterschied liegt vor allem an der Mischung der verschiedenen Branchen in den beiden Gebieten. Während Krefeld stark von energieintensiven Betrieben geprägt ist, profitieren die Unternehmen im Kreis Viersen von einer hohen Nachfrage nach elektrischen Ausrüstungen. Insgesamt verzeichnete die gesamte Region Mittlerer Niederrhein jedoch ein Minus von 7,1 Prozent.
Chemische Industrie und hohe Energiekosten
Besonders die chemische Industrie, die in Krefeld tief verwurzelt ist, leidet unter der aktuellen wirtschaftlichen Lage, heißt es. Die Umsätze in diesem Bereich brachen regional um fast 19 Prozent ein, was die Bilanz für Krefeld massiv nach unten zog. Auch die Metallerzeugung hat mit Rückgängen zu kämpfen und verlor knapp 4 Prozent an Umsatz. Als Hauptgründe nennt die IHK die im internationalen Vergleich viel zu hohen Kosten für Energie und Arbeit. Viele Unternehmen am Niederrhein können dadurch preislich nicht mehr mit der Konkurrenz aus dem Ausland mithalten. Zudem sorgen steigende Gaspreise auf den Weltmärkten, etwa durch Konflikte wie den Iran-Krieg, für neue Sorgenfalten bei den lokalen Geschäftsführern.
Zukunftsaussichten und politische Forderungen
Für die Zukunft fordert die IHK von der Bundesregierung deutlich bessere Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland. Es reiche nicht aus, kurzfristige Preisbremsen einzuführen, sondern es brauche eine dauerhaft bezahlbare Energieversorgung. Ein weiteres großes Problem sind laut den Experten die steigenden Lohnnebenkosten durch höhere Sozialabgaben. Diese treiben die Arbeitskosten immer weiter in die Höhe und belasten die Betriebe zusätzlich zu den hohen Rohstoffpreisen. Ohne ein wirksames Gegensteuern der Politik befürchtet die Kammer, dass der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter abgehängt wird. Lediglich Branchen wie die Ernährungsindustrie zeigten sich zuletzt stabil und gaben der regionalen Wirtschaft etwas Halt.