
Hohe Waldbrandgefahr - was ist zu tun?
Trockene Wiesen und Felder, kein Regen in Sicht, Temperaturen über 30 Grad. Das sorgt bei uns am Niederrhein dafür, dass die Waldbrandgefahr immer weiter steigt. Wir liegen schon jetzt bei Stufe 4 von 5. Was zu beachten ist:
Veröffentlicht: Dienstag, 13.06.2023 04:58
Waldbrandgefahr am Niederrhein
Was heißt Waldbrandgefahr überhaupt?
Der deutsche Wetterdienst kategorisiert die Waldbrandgefahr in fünf Stufen. Der Index zeigt sie potentielle Gefahr für einen Waldbrand in einer Region. Die Stufen reichen von 1 = sehr geringe Gefahr bis 5 = sehr hohe Gefahr. Der Wert wird für einzelne Stationen in unserem Bundesland ausgegeben. Bei uns in der Region ist das in Tönisvorst. Diese Einstufung soll beispielsweise Feuerwehren warnen und es ermöglichen entsprechende Warnungen zu veröffentlichen. So kann die Feuerwehr zum Beispiel in Stufe 4 Parkplätze sperren. Hier geht es zum Waldbrandindex.
Wodurch werden Waldbrände ausgelöst?
95% der Waldbrände sind durch den Menschen verursacht. Nur in 5% der Fällen liegt es an einem "natürlichen" Auslöser. Zum Beispiel einem Blitzeinschlag. Vielmehr ist es eben oft unser nicht achtsames Verhalten, das zu einem Brand führt. Denn in heißen Perioden und bei hoher Waldbrandgefahr reicht eine kurze und auch kleine Hitzequelle, um schnell einen Flächenbrand auszulösen. Beispielsweise eine kleine Glasscherbe oder eine weggeworfene Zigarettenkippe.
Wie verhindere ich einen Waldbrand?
Hier gibt es mehrere Verhaltenshinweise, um die Gefahr möglichst gering zu halten:
- Im Wald gilt von März bis Oktober ein absolutes Rauchverbot. Daran sollten wir uns unbedingt halten und auch andere Menschen darauf aufmerksam machen. Aber auch eine achtlos weggeworfene Kippe aus dem Autofenster oder am Feldrand kann schnell für ein Feuer sorgen. Zigarettenkippen also unbedingt vorsichtig entsorgen.
- Nicht auf Wiesen, Grasnarben oder am Feldrand parken. Der heiße Katalysator kann den Boden schnell entflammen, wenn dieser sehr trocken ist.
- Gilt sowieso, aber jetzt noch mehr: Kein Müll in der Natur liegen lassen. Schon kleine reflektierende Teilchen oder eine Glasscherbe können in Kombination mit der Sonne wie ein Brennglas funktionieren.
- Grill- oder Lagerfeuerreste vernünftig entsorgen. Ihr habt im Garten gegrillt oder ein Lagerfeuer gemacht? Dann achtet unbedingt darauf die Asche nicht zu früh zu entsorgen. Wartet bis die vollständig erkaltet ist.
- Sowieso kein offenes Feuer im Wald oder an Feldern.
- Achtsam sein - auch Euren Mitmenschen gegenüber. Achtet auf Euer Verhalten und scheut auch nicht den Konflikt mit anderen. Ihr seht Fehlverhalten von Mitmenschen? Macht sie darauf aufmerksam. Das kann unangenehm sein, könnte aber schlimmeres verhindern.
Was wenn es brennt?
Unbedingt sofort die 112 rufen. Denn auch kleine Brände können sich aktuell schnell zu einem großen Flächenbrand ausbreiten, weil eben alles so trocken ist. Wer schnell handelt, kann also eine Ausbreitung möglicherweise noch verhindern.
Was tut die Feuerwehr bei uns?
Insbesondere die Feuerwehr im Kreis Viersen rüstet sich für die erhöhte Waldbrandgefahr. So werden Kontrollfahrten in den Wäldern gemacht und auch der Füllstand der Wassertanks geprüft. Zudem hat der Kreis Viersen jetzt zwei neue Löschfahrzeuge, die mit großen Tanks ausgestattet sind. Diese können im gesamten Kreisgebiet eingesetzt werden.