
Große Rocker-Razzia in NRW: 2,5 Millionen beschlagnahmt
Bei der Razzia gegen die Hells Angels in NRW haben Ermittler Vermögenswerte von bis zu 2,5 Millionen Euro gesichert. Durchsuchungen gab es auch in Kempen.
Veröffentlicht: Dienstag, 28.04.2026 11:53
Razzia gegen Hells Angels in NRW
Bei einer groß angelegten Razzia gegen die Rockergruppe Hells Angels in Nordrhein-Westfalen haben Ermittler Vermögenswerte von bis zu 2,5 Millionen Euro sichergestellt. Das hat NRW-Innenminister Herbert Reul in Düsseldorf mitgeteilt. Nach seinen Angaben richteten sich die Ermittlungen gegen einen Ableger der Gruppe in Leverkusen. Dieser Ableger war kurz vor dem Einsatz verboten worden. Nach Angaben des Innenministeriums handelt es sich um einen der größten Einsätze gegen Rockerkriminalität in der Geschichte des Landes.
Präsident in Leverkusen festgenommen
Der Präsident des Leverkusener Chapters wurde festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft liegt gegen den 46-Jährigen ein Haftbefehl vor. Insgesamt gibt es nach Angaben von Innenminister Reul 44 Beschuldigte im Alter zwischen 21 und 59 Jahren. Das Innenministerium teilt mit, dass Mitglieder der Gruppe in der Vergangenheit unter anderem wegen Drogenhandel, Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung und räuberischer Erpressung aufgefallen seien. Der Leverkusener Ableger war demnach im Mai 2024 zunächst als sogenanntes „Prospect Charter“ gegründet und im Juni 2025 zu einer vollwertigen Ortsgruppe ernannt worden.
Durchsuchungen auch in Langenfeld und Lünen
Die Polizei begann den Einsatz am frühen Morgen gegen 4 Uhr. Nach Angaben des Innenministeriums waren 1.200 Beamte beteiligt. Sie durchsuchten 56 Objekte in 28 Städten, darunter auch Langenfeld, Lünen, Kempen, Duisburg, Dinslaken und Oberhausen. In der Werkstatt des festgenommenen Präsidenten in Langenfeld fanden die Ermittler laut Reul zahlreiche Motorräder der Marke Harley-Davidson. Nun wird geprüft, wem diese Fahrzeuge gehören. Außerdem wurden bei den Razzien Waffen gefunden und ein Bankschließfach in Lünen durchsucht.
Hinweise auf Drogenanbau und sichergestelltes Vermögen
Nach Angaben von Herbert Reul gibt es erste Hinweise auf einen profitorientierten Anbau von Betäubungsmitteln. Das Vereinsvermögen soll laut Innenministerium beschlagnahmt und zugunsten des Landes Nordrhein-Westfalen eingezogen werden. Federführend sind bei den Ermittlungen die Polizei Düsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft ZeOS NRW. In dem Verfahren geht es unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie um räuberische Erpressung. Weitere Details zu einzelnen Funden oder möglichen Besitzverhältnissen werden noch geprüft.