
Greenpeace meldet mehr PFAS im Rhein bei Uerdingen
Im Rhein bei Krefeld-Uerdingen ist die PFAS-Belastung laut Greenpeace gestiegen. Die Umweltschutzorganisation fordert weniger Einleitungen bei Niedrigwasser.
Veröffentlicht:
PFAS-Werte bei Krefeld-Uerdingen gestiegen
Die Belastung des Rheins mit sogenannten Ewigkeits-Chemikalien ist nach Angaben von Greenpeace bei niedrigem Wasserstand deutlich höher. Die Umweltschutzorganisation hat Stichproben am Chempark Krefeld-Uerdingen und am Chempark Dormagen genommen. Nach den am 1. September 2026 veröffentlichten Ergebnissen lag die Konzentration der Substanz PFOS im Rhein etwa 30 Prozent über den Werten einer Greenpeace-Probenahme von vor zwei Jahren. Greenpeace teilt außerdem mit, dass in Krefeld-Uerdingen aktuell nicht nur PFOS, sondern auch PFBS in den Rhein eingeleitet werde. Beide Stoffe gehören zur Gruppe der PFAS und gelten als kaum abbaubar.
Greenpeace fordert weniger Einleitungen bei Niedrigwasser
Greenpeace kritisiert, dass sich Einleitungen offenbar nicht ausreichend an den niedrigen Pegel des Rheins anpassen. Nach Darstellung der Organisation steigt die Konzentration von Schadstoffen dann besonders deutlich, wenn der Fluss weniger Wasser führt. Als mögliche Verursacher nennt Greenpeace unter anderem Produktionsanlagen der chemischen Industrie entlang des Rheins. Dazu zählen laut Mitteilung auch Standorte in Leverkusen, Wesseling, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Die Organisation fordert deshalb, dass Einleitungen bei Niedrigwasser sinken sollen, um Schadstoffspitzen zu vermeiden.
„Die Unternehmen am Rhein scheinen nicht auf die niedrigen Pegel zu reagieren. Wenn der Rhein so wenig Wasser wie zuletzt führt, müssen die Einleitungen sinken, sonst passiert genau das, was wir hier mit unseren Stichproben nachgewiesen haben: Der Schadstoffgehalt steigt.“ - Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace.
Warum PFAS als problematisch gelten
PFAS werden in vielen Alltagsprodukten verwendet, zum Beispiel in Outdoorbekleidung, Verpackungen oder Beschichtungen. Problematisch ist nach Greenpeace vor allem, dass sich viele dieser Stoffe nur sehr schwer abbauen lassen. Einige PFAS wie PFOS und PFOA gelten laut Greenpeace als krebserregend, können das Hormonsystem beeinflussen und sich lange im Körper halten. Die hohen Konzentrationen im Rhein seien auch deshalb relevant, weil Wasserwerke in den Niederlanden Trinkwasser aus dem Fluss gewinnen und die Stoffe nur mit großem Aufwand aus dem Wasser entfernt werden können.