
Geständnis zu Fördergeld-Betrug im Kreis Viersen
Vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein Ex-Mitarbeiter des Sozialamts im Kreis Viersen Betrug gestanden. Laut Anklage entstand ein Schaden von über einer Million Euro.
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.04.2026 03:58
Geständnis vor Gericht in Mönchengladbach
Vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein ehemaliger Mitarbeiter des Sozialamts im Kreis Viersen einen jahrelangen Betrug gestanden. Der 51-Jährige aus Wegberg räumte ein, den Kreis Viersen in vielen Fällen betrogen zu haben. Laut dpa und Anklage geht es um fast 90 Fälle im angeklagten Zeitraum. Zusätzlich gestand der Mann mehr als 80 weitere Taten, die bereits verjährt sind. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen besonders schweren Betrugs.
So soll das Geld geflossen sein
Nach den Vorwürfen soll der Angeklagte seit 2013 im Namen von Firmen Fördergelder für behindertengerechte Ausstattungen beantragt haben. Diese Anträge soll er anschließend selbst bewilligt haben. Das Geld soll dann auf ein eigenes Konto überwiesen worden sein. Der Schaden liegt laut Anklage im verhandelten Zeitraum bei mindestens 500.000 Euro. Rechnet man die verjährten Fälle hinzu, summiert sich der Betrag nach Gerichtsangaben auf mehr als eine Million Euro.
Angeklagter nennt Familie als Grund
Vor Gericht erklärte der 51-Jährige, er habe das Geld nicht für Luxus ausgegeben. Nach seinen Angaben nutzte er es für seine Familie und für Reisen mit seinen beiden autistischen Kindern. Wörtlich sagte er laut dpa, als das System funktioniert habe, sei es für ihn „zu verlockend“ gewesen. Das Gericht muss nun prüfen, wie die Taten rechtlich zu bewerten sind und welche Strafe angemessen ist. Dem Angeklagten droht eine mehrjährige Haftstrafe, außerdem muss er das Geld zurückzahlen.
„Erst hab' ich gedacht, das kann doch nicht gehen. Als das dann klappte, war es zu verlockend.“ - der Angeklagte, vor dem Landgericht Mönchengladbach.
Neue Mitarbeiterin brachte den Fall ins Rollen
Aufgedeckt wurde der Fall demnach erst im Jahr 2024. Eine neue Mitarbeiterin des Sozialamts wurde laut dpa misstrauisch, weil ihr eine Auszahlungsanforderung merkwürdig vorkam. Nach ihrer Aussage war die angegebene Firma auffällig, und unter der Adresse in Niederkrüchten befand sich ein Getränkemarkt. Dieser Hinweis brachte die Ermittlungen ins Rollen.