
Geflüchteten ein Zuhause bieten - was ist zu beachten?
Mehrere hundert Menschen sind schon aus der Ukraine hier bei uns am Niederrhein angekommen. Und in den nächsten Tagen sollen es noch deutlich mehr werden, sagen die Städte und Gemeinden hier bei uns am Niederrhein. Ihr wollt helfen? Dann haben wir hier die wichtigsten Infos für Euch:
Veröffentlicht: Freitag, 11.03.2022 15:57
Ukrainerinnen und Ukrainer aufnehmen
Städte und Gemeinden bereiten sich vor
Expertinnen und Experten rechnen damit, dass schon bald viel mehr Menschen zu uns an den Niederrhein kommen werden. Markus Schön von der Stadt Krefeld begründet das mit der immer weiter wachsenden Anzahl derer, die zum Beispiel in Berlin ankommen. Da sind die Kapazitäten irgendwann einfach erreicht und die Menschen müssen weiter in andere Kommunen - auch im Westen des Landes - verteilt werden. Es gibt für Flüchtende eine zentrale Anlaufstelle in NRW, nämlich in Bochum-Laer. Aber es gibt keine zentrale Verteilung, wie es sie zum Beispiel 2015 gegeben hat. Eine solche Verteilung würde die Sache deutlich einfacher und planbarer für die Kommunen machen. Beim Land NRW konnte uns dazu auf Anfrage noch nichts in Aussicht gestellt werden. Deswegen müssen die Städte und Gemeinden jetzt selbst aktiv werden:
Sowohl in Krefeld, als auch im Kreis Viersen gibt es einen Koordinierungsstab / Krisenstab, der nun regelmäßig zusammen kommt. In Krefeld möchte diese Woche große Unterkünfte bekannt geben. Welche das genau sind, das konnte man uns noch nicht sagen. Man stehe aber in engem Kontakt und müsse nur noch letzte Abstimmungen machen. In Kempen laufen gerade Gespräche, ob nicht das alte Griesson-de-Beukelaer-Gelände genutzt werden könnte. Aus Viersen heißt es: Wir kümmern uns erst um die Menschen, dann um die Bürokratie. Klar ist aber aus allen Kommunen: Ohne private Angebote wird es nicht gehen.
Ihr könnt helfen? Dann meldet Euch!
Die Städte und Gemeinden rechnen mit sehr vielen Menschen, die in kurzer Zeit zu uns kommen. Deswegen sagen sowohl die Stadt Krefeld, als auch der Kreis Viersen: Bitte meldet Euch, wenn Ihr zum Beispiel eine Einliegerwohung oder eine andere Immobilie habt. Einfach mit einem Schlafplatz auf dem Sofa ist es dagegen nicht getan: Die Menschen sind in der Regel stark traumatisiert. Haben Ihre Heimat, ihr Haus, teilweise auch Ihre Männer und Väter zurückgelassen und sie müssen hier einfach erst einmal zur Ruhe kommen. Und das geht eben nicht, wenn du mit deiner Familie irgendwo bei fremden auf dem Sofa schläfst. Die Städte und Gemeinden haben jeweils eigene Mailadressen eingerichtet, unter denen Ihr Euch melden könnt:
- Stadt Viersen: ukrainefluechtlinge@viersen.de
- Stadt Kempen: ukrainehilfe@kempen.de
- Stadt Nettetal: ukrainehilfe@nettetal.de
- Stadt Willich: soziales@stadt-willich.de
- Gemeinde Schwalmtal: ukrainefluechtlinge@gemeinde-schwalmtal.de
- Gemeinde Tönisvorst: buergermeister@toenisvorst.de
- Gemeinde Grefrath: asylangelegenheiten@grefrath.de
- Gemeinde Niederkrüchten: ukrainehilfe@niederkruechten.de
- Gemeinde Brüggen: asyl@brueggen.de
- Stadt Krefeld: fluechtlinge@krefeld.de
Kann ich einfach privat jemanden aufnehmen? Muss ich das melden?
Grundsätzlich ist das möglich, ja. Ukrainerinnen und Ukrainer dürfen wie Menschen aus der EU ohne Visum in Deutschland einreisen und leben. Die Kommunen appellieren aber ganz dringend, dass sich Menschen in der jeweiligen Kommune auch registrieren lassen. Nur so ist es möglich, dass Sie einen Aufenthaltstitel und entsprechende Sozialleistungen bekommen. So können dann auch beispielsweise notwendige Arztbesuche von der Kommune übernommen werden. Eine Registrierung ist auch dann notwendig, wenn beispielsweise schulpflichtige Kinder mit nach Krefeld oder in den Kreis Viersen gekommen sind.
Impfungen für Geflüchtete
In Krefeld und auch im Kreis Viersen sind diese problemlos und kostenlos in den jeweiligen Impfzentren möglich. Wer noch nicht geimpft ist, bekommt hier eine geeignete Erstimpfung. Für alle, die bereits eine oder mehrere Impfungen erhalten haben, muss zunächst geklärt werden, welchen Impfstoff sie erhalten haben und welche Auffrischungsimpfung dann notwendig ist. Weil in der Ukraine der Impfstoff von Sputnik verimpft wurde.
In Krefeld ist dazu kein Termin nötig, im Kreis Viersen muss über das Ticketportal ein Termin vereinbart werden.
Wo bekomme ich weitere Informationen?
FAQ. Für die Kommunen im Kreis Viersen werden auf der jeweiligen Website der Stadt oder Gemeinde weitere Informationen veröffentlicht.