
Diese Straßennamen stehen in Kempen zur Wahl
In Kempen liegt eine neue Liste mit möglichen Straßennamen vor. Der Kulturausschuss befasst sich am 9. Juli 2026 mit den Vorschlägen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 09.07.2026 03:58
Neue Vorschläge für Straßennamen in Kempen
In Kempen hat die Stadtverwaltung eine neue Liste mit möglichen Straßennamen vorgelegt. Darüber spricht am Donnerstag, 9. Juli 2026, der Kulturausschuss. Die Vorlage stammt aus dem Kulturamt und dient zunächst der Kenntnisnahme. Nach Angaben der Stadt geht es um Namen, die künftig bei neuen Straßen vergeben werden könnten. Die Liste ist laut Verwaltung in Abstimmung mit der Gleichstellungsbeauftragten erstellt worden.
Namen von bekannten Persönlichkeiten auf der Liste
Zu den Vorschlägen gehören frühere Ehrenbürger und weitere bekannte Persönlichkeiten mit Bezug zu Kempen oder zur deutschen Geschichte. Genannt werden unter anderem Klaus Hülshoff, der frühere Stadtdirektor und nach Darstellung der Stadt ein prägender Kopf der Altstadtsanierung, sowie Heinrich Steves, Karl-Heinz Hermans und Peter Kother. Ergänzt wird die Liste um verdiente Bürgerinnen der Stadt, darunter Anita Schreieck und Christel Scommoda. Außerdem schlägt die Verwaltung die Namen mehrerer Politikerinnen vor, darunter Rita Süssmuth, Annemarie Renger sowie die vier sogenannten „Mütter des Grundgesetzes“ Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Wessel und Helene Weber.
Auch jüdische Mitbürger und Stadtgeschichte spielen eine Rolle
Ein weiterer Teil der Vorschläge bezieht sich auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Kempen. Auf der Liste stehen Mirjam Honig-Winter, die Holocaust-Überlebende und letzte Jüdin aus Kempen, die noch persönlich über die NS-Verfolgung berichten konnte, sowie Kurt und Emmi Mendel. Auch Namen ohne direkten Personenbezug sind vorgesehen. Genannt werden unter anderem die Werdauer Straße als Hinweis auf die Städtepartnerschaft und eine St. Martin-Straße. Nach Angaben der Stadt sollen damit unterschiedliche Bereiche der Stadtgeschichte und der lokalen Identität berücksichtigt werden.
Mehr Frauennamen und weitere Ideen
Die Verwaltung begründet einen Teil der Vorschläge ausdrücklich damit, den Anteil von Frauennamen bei Straßennamen zu erhöhen. Deshalb wurden neben verdienten Kempenerinnen auch überregional bekannte Politikerinnen mit aufgenommen, die sich für Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe eingesetzt haben. In der Vorlage werden außerdem weitere mögliche „Nachrücker“ genannt. Dazu gehören zum Beispiel Agnes Maassen, Lisa van den Heuvel und Ingrid Silbereisen. Auch thematische Reihen wie regionale Fischarten oder Planeten werden als mögliche spätere Varianten aufgeführt.
Rechtliche Grenzen bei der Prüfung von Namen
Die Stadt weist in der Vorlage auch auf rechtliche Grenzen bei der vollständigen Prüfung personenbezogener Vorschläge hin. Demnach gelten bei Archivgut zusätzliche Schutzfristen. Diese liegen nach dem Tod einer Person bei zehn Jahren oder 100 Jahre nach der Geburt. Wenn diese Daten nicht bekannt sind, gilt eine Frist von 60 Jahren nach Entstehung der Unterlagen.