
Cold Case Kempen: Polizei sucht Zeugen im Fall Knops
Die Polizei rollt den ungeklärten Fall der Kempener Studentin Dagmar Knops neu auf. Am 4. November ist er bei „Aktenzeichen XY“ im ZDF Thema.
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Kempen: Dagmar Knops verschwindet nach Kneipenbesuch
Die Studentin Dagmar Knops verschwand in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1988 in Kempen spurlos. Die damals 22-Jährige studierte in Köln Sozialpädagogik und war in den Semesterferien bei ihren Eltern in Kempen zu Besuch. Am Abend des 28. März 1988 besuchte sie mit Freunden das Lokal „Lichtblick“ in der Kempener Altstadt. Die Kneipe an der Tiefstraße 24 gibt es heute nicht mehr. Gegen 22.15 Uhr verließ Dagmar Knops das Lokal allein.
Heimweg in Kempen: Nur 350 Meter bis zum Elternhaus
Vom „Lichtblick“ bis zum Haus ihrer Eltern auf der Siegfriedstraße musste Dagmar Knops nur etwa 350 Meter zu Fuß gehen. Dort kam sie jedoch nie an. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Trotzdem gehen die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei Mönchengladbach davon aus, dass sie Opfer eines Tötungsdelikts geworden sein dürfte. Schon im Jahr 2006 nahmen Ermittler den Fall erneut auf, das führte aber nicht zur Aufklärung. Nach weiteren zwei Jahrzehnten ermitteln sie nun wieder und bitten die Öffentlichkeit um Mithilfe.
Zeugen gesucht: Diese Hinweise helfen den Ermittlern
Die Ermittler suchen Menschen, die sich noch an die Zeit damals erinnern. Gesucht werden Zeugen, die Dagmar Knops auf ihrem Heimweg gesehen haben. Gefragt wird auch nach Menschen, denen sich der Täter im Lauf der Zeit offenbart hat, und nach Personen, die sich intensiv mit dem Fall beschäftigt haben. Auch wer 1988 schon mit den Ermittlern sprach und heute etwas ergänzen möchte, das er damals für unwichtig hielt, soll sich melden. In fast vierzig Jahren kann sich vieles verändern, auch die Beziehungen zwischen Menschen. Deshalb können laut Ermittlern auch Hinweise wichtig sein, die zunächst unbedeutend erschienen.
Gruppe auf der Bank: Jugendliche von damals gesucht
Die Ermittler hoffen auf Zeugen, die sich an eine Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsener erinnern. Diese Gruppe soll auf einer Bank in der Nähe des Lokals „Lichtblick“ gesessen haben, als Dagmar Knops die Kneipe verließ. Die Personen konnten bisher nie ermittelt werden. Hilfe erhoffen sich die Ermittler dabei von der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. Wer damals dabei war oder die Gruppe kannte, kann sich bei der Polizei Mönchengladbach melden.
Anonyme Briefe: Verfasser soll sich melden
Die Ermittler suchen außerdem die Verfasserin oder den Verfasser von zwei anonymen Briefen aus den Jahren 2005 und 2008. In den Briefen wurde ein angeblicher Ablageort der Leiche von Dagmar Knops genannt. Umfangreiche Suchmaßnahmen an den genannten Orten blieben erfolglos. Trotzdem bitten die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei Mönchengladbach die Verfasserin oder den Verfasser, sich zu melden. Sie könnten möglicherweise neue Ermittlungsansätze liefern.
„Aktenzeichen XY“: Kempener Fall am 4. November im ZDF
Am Mittwoch, 4. November, ist der Fall Dagmar Knops Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Kriminalhauptkommissarin Stefanie Kohnen ist dafür in München im Studio von Moderator Rudi Cerne zu Gast. Sie stellt dort das Verschwinden der Kempener Studentin vor. Die Ermittler hoffen, dass sich durch die Sendung neue Zeugen melden, die sich an die Nacht im März 1988 erinnern.
Belohnung und Hinweise: So erreichen Sie die Polizei
Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen, hat die Staatsanwaltschaft Krefeld eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt. Hinweise nimmt die Polizei Mönchengladbach unter der Telefonnummer 02161-290 entgegen. Man kann sie auch per E-Mail an MK.Knops.Moenchengladbach@polizei.nrw.de schicken.
Kampagne am Niederrhein: „Mord verjährt nicht“
Der Fall gehört zur Kampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich.“ Die Polizei Mönchengladbach hat dafür die Ermittlungen zu ungeklärten Tötungsdelikten aus den vergangenen Jahrzehnten wieder aufgenommen. Sie arbeitet dabei mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und der Staatsanwaltschaft Krefeld zusammen. Unterstützt wird die Kampagne von den Polizeibehörden in Krefeld und im Kreis Viersen. Die Ermittlungsgruppe Cold Case, also die Gruppe für ungeklärte Fälle aus der Vergangenheit, sucht nach neuen Chancen, lange zurückliegende schwere Verbrechen aufzuklären. Sie will Tatverdächtige identifizieren und den Hinterbliebenen Gewissheit verschaffen. Dazu stellt die Kampagne ausgewählte Fälle vor.