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BUND kritisiert CO₂-Pipeline durch den Niederrhein
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BUND kritisiert CO₂-Pipeline durch den Niederrhein

Der BUND warnt vor Schäden und Sicherheitslücken durch die geplante CO₂-Leitung durch Krefeld und den Kreis Viersen. Genehmigt ist noch nichts.

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BUND kritisiert CO₂-Pipeline durch Krefeld und den Kreis Viersen

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Eine rund 200 Kilometer lange Leitung für Kohlendioxid könnte in Zukunft vom Ruhrgebiet bis in die Niederlande führen - und dabei auch durch Krefeld und den Kreis Viersen verlaufen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt angekündigt, sich gegen das Vorhaben zu stellen. Der Verband warnt vor Schäden an Wäldern und Feuchtgebieten sowie vor Sicherheitslücken für die Menschen am Niederrhein. Beschlossen ist bislang nichts: Das Land prüft derzeit noch, ob die Leitung überhaupt in den geplanten Korridor passt. Mit einer Entscheidung wird im Jahr 2027 gerechnet.

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CO₂-Leitung durch Krefeld und den Kreis Viersen

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Geplant wird die Leitung vom Gasnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE). Sie soll Kohlendioxid von den Industriestandorten Gelsenkirchen-Scholven und Wesseling an die niederländische Grenze bringen. Von dort soll das Gas unter der Nordsee eingelagert werden. Kohlendioxid entsteht zum Beispiel bei Industrieprozessen und gilt als Mitverursacher des Klimawandels. Die Idee hinter dem Projekt: Das Gas soll nicht in die Luft gelangen, sondern aufgefangen und gespeichert werden. Dieses Verfahren wird CCS genannt - die Abkürzung steht für das Abscheiden und Speichern von Kohlendioxid. Parallel plant OGE mit „Ruhbens“ eine zweite Leitung von Wesseling an die belgische Grenze. Zusammen kämen beide Leitungen auf rund 280 Kilometer.

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Kritik aus dem Schwalm-Nette-Raum

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Der BUND hält das Vorhaben für den falschen Weg. Nach Angaben des Verbands würde schon der Bau der Leitung Zehntausende Tonnen Kohlendioxid freisetzen. Auf der von OGE bevorzugten Strecke wären rund 23 Kilometer Wald betroffen, außerdem zahlreiche Feuchtgebiete wie im Schwalm-Nette-Raum und Moorflächen auf der Bergischen Heideterrasse. Moore und Wälder speichern normalerweise große Mengen Kohlenstoff und gelten deshalb als wichtige Verbündete im Klimaschutz. Der BUND befürchtet zudem, dass die Leitung den Abschied von Öl und Gas verzögert. Bis zum Ende der Öffentlichkeitsbeteiligung gingen nach Verbandsangaben mehr als 1.400 Stellungnahmen ein.

„Der Delta Rhine Corridor verzögert den Abschied von Öl und Gas noch weiter. Wie befürchtet wird CCS nicht für wirklich unvermeidliche Emissionen eingesetzt, sondern für Standorte, die seit Jahrzehnten von Erdöl und Erdgas leben.“ - Thomas Krämerkämper, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND NRW
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Sicherheit: Nur zehn Meter Schutzstreifen

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Ein weiterer Streitpunkt ist die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner. Kohlendioxid ist schwerer als Luft und sammelt sich in Mulden und Tälern. In hoher Konzentration wirkt es erstickend. In den Unterlagen sehen die Pläne über einen zehn Meter breiten Schutzstreifen hinaus keinen Sicherheitsabstand zu Wohnhäusern vor. Berechnungen, wie sich das Gas bei einem Leck oder Rohrbruch ausbreiten würde, fehlen bislang. Der BUND verweist auf zwei Unglücke: Im US-Bundesstaat Mississippi mussten im Februar 2020 insgesamt 45 Menschen ins Krankenhaus. In Mönchengladbach wurden im August 2008 insgesamt 107 Menschen verletzt, als Kohlendioxid aus einer defekten Löschanlage strömte. Der Verband fordert deshalb, Feuerwehren, Rettungsdienste und den Katastrophenschutz am Niederrhein zu schulen und mit Ausrüstung auszustatten. Wer die Kosten dafür trägt, ist derzeit offen.

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Wie es in Krefeld und im Kreis weitergeht

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Die eingegangenen Stellungnahmen werten die Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln sowie der Regionalverband Ruhr aus. Sie prüfen, ob sich die Leitung mit Siedlungen, Natur und anderen Planungen vereinbaren lässt und welcher Korridor dafür infrage kommt. Ein Korridor ist ein breiter Geländestreifen, in dem der genaue Verlauf später festgelegt wird. Das Ergebnis wird für 2027 erwartet - eine Genehmigung ist das noch nicht, es gibt aber die Richtung für den weiteren Verlauf vor. Danach will OGE die Planfeststellung beantragen, also das eigentliche Genehmigungsverfahren. Weil Kohlendioxid-Leitungen seit November 2025 als im „überragenden öffentlichen Interesse“ gelten, sind für den Bau auch Enteignungen möglich. Der BUND fordert die Landesregierung auf, ihre Unterstützung für die Planungen zurückzuziehen, und empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern, sich zu beteiligen. Zur zweiten Leitung „Ruhbens“ sind Stellungnahmen noch bis zum 6. November bei der Bezirksregierung Köln möglich.

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