
Berufskolleg in Krefeld soll dritten Zug bekommen
Am Berufskolleg Vera Beckers in Krefeld sollen mehr Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger ausgebildet werden. Die Stadt plant dafür einen dritten Zug ab August 2026.
Veröffentlicht: Dienstag, 07.07.2026 07:44
Krefeld plant mehr Ausbildungsplätze
Die Stadt Krefeld will die Ausbildung im Bereich Kinderpflege am Berufskolleg Vera Beckers ausbauen. Nach einer Vorlage des Oberbürgermeisters soll die Zügigkeit des Bildungsgangs zum 1. August 2026 von bisher zwei auf drei Züge erhöht werden. Betroffen ist die zweijährige Berufsfachschule mit Berufsabschluss nach Landesrecht und Fachoberschulreife. Dort werden staatlich geprüfte Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger ausgebildet. Zusätzliche personelle, finanzielle oder klimarelevante Auswirkungen soll die Änderung laut Vorlage nicht haben.
Der Bildungsgang wird derzeit in zwei Organisationsformen angeboten. Ein Zug läuft in konsekutiver Form, der andere in praxisintegrierter Form. Für die praxisintegrierte Form brauchen Bewerberinnen und Bewerber einen Praktikumsvertrag. Das ist nach Angaben der Stadt nicht immer möglich. Mit einer höheren Zügigkeit soll die Schule deshalb flexibler auf die Nachfrage reagieren können.
Hohe Nachfrage am Berufskolleg Vera Beckers
Die Stadt begründet den Schritt mit einer anhaltend hohen Zahl an Bewerbungen. Schon im Schuljahr 2024/2025 und auch im laufenden Schuljahr 2025/2026 musste laut Vorlage jeweils eine Mehrklasse in der Unterstufe eingerichtet werden. Dadurch konnten 31 weitere Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Insgesamt starteten so 93 Teilnehmende in den Bildungsgang. Eine solche Mehrklasse ist laut Vorlage als schulorganisatorische Maßnahme aber nur in zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren möglich.
Auch die aktuellen Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr zeigen weiter hohen Bedarf. Mit Stand 30. April 2026 lagen der Schule laut Vorlage 54 Bewerbungen für die praxisintegrierte Form und 58 für die konsekutive Form vor. Damit übersteigt die Nachfrage erneut die bisherige Zweizügigkeit. Die Schule möchte die Aufnahmekapazität deshalb dauerhaft auf 93 Teilnehmende erhöhen. Für einen möglichen vierten Zug sieht die Schule aktuell aber keinen konkreten Bedarf.
Fachkräftemangel spielt in Krefeld weiter eine Rolle
Die Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger gilt als wichtiger Einstieg in den sozialpädagogischen Bereich. Daran kann sich später die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher anschließen. Aus Sicht der Stadt ist dieser Weg besonders wichtig, um dem weiter bestehenden Fachkräftemangel in diesem Bereich zu begegnen. Gerade in der Kinderbetreuung wird seit Jahren über fehlendes Personal gesprochen. Der Ausbau von Ausbildungskapazitäten soll deshalb helfen, mehr Nachwuchskräfte zu gewinnen.
Dass der Fachkräftemangel in Krefeld und der Region weiter Thema ist, zeigen auch andere Entwicklungen. Nach einer IHK-Befragung sehen viele Unternehmen in Krefeld und im Kreis Viersen den Mangel an qualifizierten Fachkräften als großes Risiko. Welle Niederrhein hatte Ende 2025 darüber berichtet.