
Bauern vom Niederrhein demonstrieren in Brüssel
Landwirte aus ganz Europa protestieren in Brüssel gegen EU-Green Deal und Mercosur-Abkommen. Auch rund 30 Betriebe vom Niederrhein sind dabei.
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.12.2025 05:02
Unter dem Motto „Green Power statt Green Deal“ demonstrieren heute Landwirtinnen und Landwirte aus ganz Europa in Brüssel. Auch vom Niederrhein sind rund 30 Betriebe angereist, wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt. Anlass der Proteste sind vor allem das geplante Mercosur-Abkommen, der EU-Green Deal sowie die Diskussionen um den künftigen EU-Agrarhaushalt.
Kritik an Mercosur-Abkommen und Importstandards
Besonders kritisch sehen die Landwirte die geplanten Importe von Produkten wie Rindfleisch und Zucker aus Südamerika. Nach Einschätzung des RLV gelten dort deutlich niedrigere Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutzstandards als in der Europäischen Union. Die heimische Landwirtschaft fordert deshalb gleiche Regeln für alle. Wettbewerb werde nicht grundsätzlich abgelehnt, er müsse aber fair sein und auf vergleichbaren Standards beruhen, um Verbraucherinnen und Verbraucher sowie europäische Betriebe zu schützen.
Unmut über Bürokratie und EU-Green Deal
Auch der EU-Green Deal sorgt bei vielen Betrieben für Frust. Die Landwirte kritisieren eine zunehmende Bürokratie und aus ihrer Sicht praxisferne Vorgaben. Statt weiterer Auflagen fordern sie klare und umsetzbare Regeln, ausreichend zugelassene Pflanzenschutzmittel und eine bedarfsgerechte Düngung, um weiterhin sichere und bezahlbare Lebensmittel produzieren zu können. Mit der Demonstration in Brüssel wollen sie ihren Forderungen auf europäischer Ebene Nachdruck verleihen.