Anzeige
Aus für den Schluff: Krefeld verliert ein Wahrzeichen
© Stadtwerke Krefeld
Teilen: mail

Aus für den Schluff: Krefeld verliert ein Wahrzeichen

Der Krefelder Schluff fährt nur noch bis Ende des Jahres. Die Stadtwerke Krefeld beenden den Betrieb wegen hoher Kosten für Unterhalt und Sanierung.

Veröffentlicht: Dienstag, 05.05.2026 12:42

Anzeige

Schluff fährt nur noch bis Dezember

Anzeige

Der Krefelder Schluff steht vor seinem letzten Betriebsjahr. Die Stadtwerke Krefeld haben angekündigt, dass die historische Dampfeisenbahn nur noch bis Ende 2026 fahren wird. Nach den Nikolaus-Sonderfahrten im Dezember soll der Betrieb endgültig eingestellt werden. Damit verliert Krefeld eines seiner bekanntesten Wahrzeichen und eine fahrende Attraktion. Es ist eine Entscheidung über ein Stück Krefelder Stadtgeschichte.

„Es schmerzt, ist wirtschaftlich aber alternativlos.“

 - Guido Stilling, Geschäftsführer SWK MOBIL

Anzeige

Hohe Kosten für Unterhalt und Sanierung

Anzeige

Nach Angaben der Stadtwerke sind vor allem die hohen Kosten der Grund für das Aus. Unterhalt und Sanierung der historischen Bahn verschlingen Millionenbeträge. Schon in den vergangenen Jahren war der Betrieb nur mit großem Einsatz und zusätzlicher Unterstützung möglich. Vor allem Spenden hatten dem Schluff immer wieder geholfen, weiterzufahren. Trotzdem reichen die Einnahmen nicht aus, um die laufenden Ausgaben dauerhaft zu decken.

Die regelmäßigen Sonderkosten haben die Lage weiter verschärft, heißt es. Die letzte Hauptuntersuchung vor vier Jahren habe 800.000 Euro gekostet und werde noch immer abbezahlt. Die nächste Hauptuntersuchung wird laut SWK schon 2030 fällig und dürfte mehr als eine Million Euro kosten. Hinzu kommt laut SWK ein jährliches Defizit von 700.000 Euro im laufenden Betrieb. Für die Jahre 2026 und 2027 sei zusätzlich ein Sanierungsbedarf von rund 2,5 Millionen Euro festgestellt worden.

Anzeige

Viele Engagierte wollten den Schluff retten

Anzeige

Über Jahre hinweg haben sich viele Menschen für den Erhalt des Schluffs eingesetzt. Dazu gehören laut Stadtwerke die SWK MOBIL, der Rheinhafen Krefeld als Dienstleister und der Verein „Schluff und historische Verkehrsmittel e.V.“. Auch Spender und ehrenamtliche Helfer haben dem historischen Zug immer wieder geholfen. Mit Benefiz-Fahrten, Spenden und weiteren Aktionen wurde versucht, den Betrieb abzusichern. Der Schluff galt deshalb schon lange als Projekt, das stark vom Engagement vieler Beteiligter getragen wurde.

Erschwert wurde der Betrieb auch durch technische Probleme. Die historische Lok „Graf Bismarck“ fiel laut Mitteilung immer wieder aus. Teilweise musste dann kurzfristig eine Diesellok einspringen. Ersatzteile für die alte Technik seien oft nur schwer oder gar nicht mehr zu bekommen gewesen. Auch das habe den Aufwand und die Kosten weiter erhöht.

Anzeige

Schluff bleibt als Denkmal erhalten

Anzeige

Ganz verschwinden soll der Schluff aus Krefeld aber nicht. Die historische Lok soll im Lokschuppen an der St. Töniser Straße erhalten bleiben. Dort soll sie auch künftig für Besucher zugänglich sein. Aus dem rollenden Denkmal wird damit ein stehendes Denkmal. Wie genau das künftig umgesetzt wird, soll der Schluff-Verein nach Angaben der SWK auf einer Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung im September beraten.

Für viele Menschen in Krefeld dürfte das nur ein kleiner Trost sein. Trotzdem bleibt das Ziel, den Schluff als Teil der Stadtidentität zu bewahren. Bis zum endgültigen Ende im Dezember sind noch Fahrten geplant. Danach endet die Geschichte des Schluffs als fahrende historische Eisenbahn.

Anzeige
Anzeige
Anzeige